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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 105

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
Ein neuer Grabsteinfund in Breslau
Date
1918-01-01
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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Ein neuer Grabsteinfund in Breslau. 105 er allmählich ganz vulgär geworden ist. So ist Sar Schalom erst im 9. Jahrhundert in Babylonien als Name eines Gaon in Sura (847—857) bezeugt und ist auch weiter sehr selten geblieben1)• Hier in Deutschland begegnet er unter den Hunderten von Vornamen, die vom 12. bis zum 15. Jahrhundert bekannt sind, auf unserm Denkstein zum ersten und letzten Mal. Sonst wissen wir nur, daß im 15. Jahrhundert Schalom, der Judenmeister von Wiener Neustadt, als »Friedensfürst« oder als »Fürst von Neustadt« bezeichnet wird2). Als Eigennamen trug ihn nur Sar Schalom b. Abraham Portugisi, der einen Kommentar zu den Psalmen und Sprüchen verfaßt hat8), und als Zunamen Salomo Basila4), der 1743 als Rabbiner in Mantua gestorben ist. verzeichnet, ist für die Namensammlung gleichwertig mit dem Ekkehart von dem Brige, den Reichert S. 7, 12, Nr. 20 gefunden hat. Eigennamen sind eben ein Gemeingut aller Welt, und so wenig wie die Juden den Anspruch erheben dürfen, daß z. B. Jakob, Johannes, Josua, Jesus usw. durchaus ihnen gehören, so wenig sind Namen, wie Gebhardt, Gerhard, Gerlach u. dgl. ein Sondervorrecht etwa der Germanen. Alles das hat mit siegreichen Gründen Zunz bereits vor mehr als So Jahren mit wissenschaftlicher Gründlichkeit in seinem vortrefflichen Buch über die Namen der Juden (neu abgedruckt in Teil I seiner gesammelten Schriften, S. 1—82, s. das. besonders S. 18. 79. 80) nachgewiesen. x) Auch sonst finden wir auf Grabsteinen deutscher Juden Namen, die heute selten geworden oder fast ganz verschwunden sind, z. B. Chakim (1145 in Speyer und 1280 in Cöln), Chalafta (1213, Nr. 707, und 1228, Nr. 727 in Worms), Joez (1172, Nr. 915, und 1285, Nr. 547 in Worms), Miluta (1189 in Speyer), Natronai (1245, Nr. 58 in Worms), Otniel (1259, Nr. 299 in Worms und 1279 in Cöln), Zeruja (1048, Nr. 933 und 1097, Nr. 238 in Worms). Die NNr. der Wormser Grabsteine gebe ich nach der mir freundlichst zur Verfügung gestellten Liste, die Herr Lehrer Rothschild daselbst mit großem Fleiße angefertigt hat. 2) Vgl. Brann, Gesch. d. Juden in Schlesien S. 89 nach RGA. Jakob Mulin, Nr. 76. 156. Isserlein, Peßakim 128. 131.240.259. Weiß, Gesch. d. Tradition V, 246 u. לקט יושר, ed. J. Freimann, Einl. S. XLIX f. 3) Der Kommentar ist unter dem Titel 1616 קב ונקי in Hanau gedruckt (vgl. St. C. B. 7106. 171. 328. 410. Zedner, S. 128, Ghirondä תולדות גדולי ישראל, schin 65, vermutlich nach Cavmoly דברי הימים לבני יחייא s. 19 f.)• 4) St. C. B. 6902, Mortara, Indice s. v.

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