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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 104

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
Ein neuer Grabsteinfund in Breslau
Date
1918-01-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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104 Ein neuer Grabsteinfund in Breslau. סהרה (oder קבצנו וזכנו לראות נחמת עירך ירושלים (עמך ישראל, d. h. »sammle uns ein und mach uns würdig, bald die Tröstung deiner Stadt Jerusalem (oder: deines Volkes Israel) zu schauen« oder dgl. Die Auswahl unter diesen Deutungen muß ich dem geneigten Leser anheimstellen. Wie immer aber er sich entscheide, ist und bleibt unser David nach den bisherigen Ermittlungen jedenfalls der Zweitälteste Einwohner unserer Vaterstadt, den wir mit Namen kennen lernen* 1). Einigermaßen seltsam ist auch seines Vaters Name Sar Schalom. Er weist bekanntlich auf Jes. g, 5 zurück, woselbst der Prophet den Auftrag erhält, dem Kinde, dessen Geburt erwartet wird, u. a. den Namen »Friedensfürst« zu geben. Man scheint Jahrhunderte lang sich gescheut zu haben, den messianisch deutbaren Vornamen einem Neugeborenen beizulegen, vielleicht ebenso, wie man es etwa 2000 Jahre lang vermied, ein neugeborenes Knäblein Moses zu nennen. Und doch taucht dieser letztere Name seit dem 6. oder 7. nachchristlichen Jahrhundert wieder auf, bis Habelust, Habedank, Luge in das lant, Neyginbechir, Schickefus, Schyrmingast, Styg in Hemil u. dgl. (Reichert, die deutschen Familiennamen nach Bresl. Quellen, S. 144 ff. und Jecht, Beiträge zur Görlitzer Namenkunde im Neuen Lausitzischen Magazin Bd. 68 (1892) S. 24!) 1J Älter, d. h. ein Jahr früher genannt, ist nur der einzige Ge ru ng, der uns bereits 1202 begegnet (Reichert, S. 42). Warum beiläufig der fleißige und sorgfältige Reichert, der »mit möglichster Vollständigkeit die Breslauer Namen vom Beginn der Überlieferung bis zum J. 1400« (S. 3) zusammenstellen wollte, die der Bresl. Einwohner jüd. Glaubens ausgeschaltet und nur gelegentlich etliche davon — es gibt deren Hunderte (vgl. Anhang III meiner Gesch. der Juden in Schles., S. XV bis LXVII) — in einen stillen Winkel (S. 75, Anm.) geschoben hat, ist mir nicht recht verständlich. Eigennamen gehören zweifellos zu den Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens. Wer urkundliche Nachrichten über Breslauer Schuhe und Stiefel sammelt, hat sich kaum darum zu kümmern, in welches Gotteshaus oder in welches Wirtshaus oder in welche politische Versammlungen deren Eigentümer gehen. Der Peter, dessen Sohn Schalom 1335 gestorben ist (Brann, a. a.O., S. IX, XV), den Reichert verschweigt, ist gerade so ein Breslauer Einwohner, wie Peter rosinstengil, den Reichert S. 19 aus dem Jahre 1345 verzeichnet, und Ekkehardus, den Brann S. XV, 1324 als einen Breslauer Juden

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