Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein neuer Grabsteinfund in Breslau
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
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Ein neuer Grabsteinfund in Breslau. 101 ימים לחודש אב בשנת ארבעת אלפים ותתס קסגיס לבריא׳ העולם נצבה:2 3) Hiernach starb R. David, Sohn des R. Sar Schalom, am Montag, den 25. Ab 4963, d. i. am 4. August 1203. Joseph und Chaskel, die Ende 1203 oder Anfang 1204 die Besitzer des Falknerdorfes Sokolnice oder Tocholnici gewesen sind4), müssen 2) Wie der Augenschein auf dem beigegebenen Bilde lehrt, ist der letzte Buchstabe dem Steinmetz zuerst mißglückt und wohl erst nachträglich zu einem ת umgemeißelt worden. 2) In der ungünstigen Beleuchtung, in der ich den Stein zum ersten Male gesehen habe, habe ich den zweiten Buchstaben für ein פ gehalten. Jetzt erscheint es mir zweifellos, daß er ein D sein soll. Die ■Nennung des Wochentages neben dem Monatsdatum ist dieses Mal für die Beseitigung jeder Unsicherheit darum nicht entscheidend, weil sowohl im Jahre 4963 (1203), als im Jahre 4983 (1223) der 25. Ab ein Montag war. 3) Zur Fassung vgl. z. B. das Breslauer Denkmal Nr. 5 (Braim, Anh. S. VIII) und die Wormser Inschriften Nr. 18 u. 57 (Lewysohn, a. a. O. S. 31 f. 91). Die Buchstaben נצבה der letzten Zeile — נפשו צרורה בצרור החיים nach 1. Sam. 25, 2g, vgl. Zunz, zur Gesch. u. Lit. s. 351. 4) Sie durften darum als Breslauer Juden angesehen werden, weil das Dorf, das ihr Eigentum war, unmittelbar an das damalige Breslau anstieß und seit etwa der Mitte des 13. Jahrhunderts einen Teil der Stadt bildet. Nach den neuesten Feststellungen W. Schuhes (die Martinsabtei und die älteste Burg in Breslau in Nr. 538 der schles. Zeitung vom Jahre 1897), die von Partsch (Schlesien. Eine Landeskünde, Bd. II, S. 402) gebilligt werden, bildete nämlich die jetzige Holteihöhe die östlichste Grenze des ältesten Breslau. Unmittelbar westlich grenzte daran das Falkr.erdorf, welches bis etwa zum Königsplatz reichte (vgl. Brann, Gesch. der Juden in Schlesien, S. 5. Aronius, Regesten, 360. 364. 375. 408 u. G. J. I, 1, S. 64 f.). Hier an der Holteihöhe lag damals die herzogliche Burg, und es ist sehr wahrscheinlich, daß in deren unmittelbarer Nähe die ersten Juden ihre Wohnsitze nahmen. Südlich davon in der damals noch selbständigen Wallonen- Kolonie St. Moritz, an der heutigen Klosterinid Feldstraße und am Ohlauer Stadtgraben, im Süden vom damaligen Lauf der Ohle befand sich der oben (S. 97, Anm. 2) erwähnte Judenfriedhof (vgl. die