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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 99

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
Ein neuer Grabsteinfund in Breslau
Date
1918-01-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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Ein neuer Grabsteinfund in Breslau. 99 Das gilt in Breslau von dem Denkmal, das 1S4& im Grunde des Pfarrhauses in Deutsch-Lissa gefunden worden ist und sich jetzt auf dem Friedhof in Cosel befindet1), und gilt in noch höherem Maße von dem neuen Funde, der die älteste im östlichen Europa aus dem Mittelalter erhaltene hebäische Steininschrift auf weist2). Man stieß auf dieses neue Grabdenkmal Anfang September 1917 beim Ausgraben eines Heizkellers für die neu anzulegende Domheizung auf der nördlichen Seite des Domes in einer Tiefe von 2—2V2 m unter dem angrenzenden Erdreich des vorbeiführenden Bürgersteigs zwischen diesem und den äußeren Umfassungsmauern des Domes. Der Stein lag in 5,0 m Entfernung von der westlichen Wand der an den nördlichen Ostturm nach Norden vorgelegten etwa einem Jahre, sind beim Einsturz einer Wendeltreppe in der Laurentiuskirche in Nürnberg ebenfalls Trümmer von Grabsteinen mit hebr. Inschriften vom alten Judenfriedhof entdeckt worden. Photographien einiger davon, die ich meinem Freunde, Herrn Rabbiner Dr. Freudenthal, verdanke, zeigen, daß die Texte zwar verstümmelt, aber durchschnittlich leicht lesbar sind. b Brann, »Gesch. d. Juden in Schlesien«, Anh. S. XII, Nr. 19. ף Älter sind nur drei Speyerer Grabschriften von 145,114 נS u. 1183, eine Erfurter vom Jahre 1147 (vgl. AZdJ. 1840, S. 450), eine Cöiner vom Jahre 1166, fünf Mainzer aus der Zeit von 1184—1205 (Salfeld a.. a. O. S. 433, 434) und allerdings 58 Wormser, von denen 15 bei Levvysohn, נפשות צדיקים (Frankfurt a. M. 1855), Nr. 1—8, 48—51, 54—56), gedruckt sind. Die älteste, in Ulm gefundene Inschrift (Brann, a.a.O., S. 12), stammt erst aus dem Jahre 1243, die älteste, in Ofen gefundene sogar erst aus dem Jahre 1278 (vgl. Kaufmann in der MS. XXXIX (1895), S. 305 ff, und XL (18gö), 84 ff. — ln Schlesien ist aus dem 12. jahrh., abgesehen von einigen Siegeln, Inschriitliches überhaupt nicht erhalten. Auch das 13. jahrh. bietet nur wenige sichere Beispiele von eigentlichen Inschriften an Häusern, Denkmälern und Gebrauchsgegenständen. Als die älteste des 13. Jahrh. gilt die Schrift um den Rand des bronzenen Taufkessels in der Oberkirche in Liegniiz. Sie stammt etwa aus der. Mitte des 13. Jahrh. (vgl. die Abhdlg. von Herrn. Luchs in der Zeüschr. »Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift«, Bd. III, S. 329 ff, 331 ff.) Die angebiich älteste erhaltene Grabschritt stammt aus dem Jahre MCC[C]XV[lj (vgl. die Zeitschr. »Schlesien«, Bd. 5, S. 34).

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