Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 4 · p. Seite 405

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 4
Article
Die Konsekrierung der dritten Stadtmauer Jerusalems
Date
1917-01-01
Page
Seite 405 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829881-2829886-2894266--42935-2894364
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Die Konsekrierung der dritten Stadtmauer Jerusalems. 4()ö Berg im Norden Jerusalems — und das war nicht der Oelberg — hatte durch zwei Einsattelungen drei Kuppen. Das von der zweiten A^auer eingeschlossene Gebiet reichte eben bis zum ersten Sattel; das außerhalb dieser Mauer liegende Gebiet bis zur dritten Kuppe war von Natur aus durch den oberen Sattel in zwei Hälften geteilt. Von diesen hat sich 1m Lauf der Zeit zuerst die untere Halde allmälich bevölkert und viel später, wenn auch dann etwas rascher, die obere Halde mit bewohnten Häusern bedeckt. Diese zwei, ober- und unterhalb des zweiten Sattels liegenden Halden zusammen führten, noch bevor sie zu Wohnstatten umgemodelt wurden, den Namen ביצעתא, und diese beiden ober- und unterhalb des zweiten Sattels liegenden Abhänge versteht Abba Sau) unter בצעא עליונה im Gegensatz zu dem von der unteren Einsattelung umschlossenen Gebiete. Mag Josephus immerhin, wenn er die Belagerungsmauer des Titus beschreibt1), von einer Richtung nach dem Oelberg hin reden; für die Topographie Jerusalems muß uns der Prophet Zacharias maßgebender sein als der sich vielfach widersprechende Josephus, und Zacharias läßt uns keinen Augenblick im Zweifel darüber, daß der Oelberg nicht im Norden sondern im Osten Jerusalems gelegen hat (14,5). Ich halte die Lesart der Tosifta שתי בצעין היו בירושלים für die einzig richtige‘2); die Lesart בהר המשחה in Meg. Thaanaith und im Babli ist dadurch entstanden, daß man den Namen Bezetha nach den! Gehör als בית זיתא auffaßte und so das Wort ins Aramäische übersetzte und die neue Vorstadt auf den Oelberg verlegte. Wenn Abba Saul berichtet, das Laien-Element habe unterhalb des oberen Sattels Friedensopfer und den zweiten Zehent verzehrt, so ist das durchaus keine Auflehnung gegen das Gesetz l) Bell. jud. V, 12. 2. äQ^äjuevos &ä7cö vfjg ’Aöövqlcov jraoe/LißoAfjs, Kaff fjv avvöc; eöTQarojTcdevETo, £7ä z?]v nat(0T8QC0 Kaivono/uv i)ys T0 rel%0£} Svdev öiä rov KeÖQövog em tö 'JEacucov ö@og. -) Die Tosifta liest בירושלים, Meg. Thaanith und Babli בהר המשהה/ der Jeruschalmi hat □ש. Wenn man weiß, daß dieses Scholion aus der Tosifta stammt, dann ist nicht abzusehen, warum wir בהר המשהה anstatt בירושלים lesen sollen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.