Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Konsekrierung der dritten Stadtmauer Jerusalems
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 13)
- Language
- German
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404 Die Konsekriemng der driften Stadtmauer Jerusalems. während der ganzen Zeit des zweiten Tempels die Vorbedingungen fehlten, um einesakrifizierende Erweiterung des Stadtgebietes vorzunehmen. Wenn Nehemiah die von ihm wieder aufgebaute zweite Mauer eingeweiht hat, so ließ er sich dabei ganz gewiß mehr von politischen als religiösen Gründen leiten; keineswegs hatte er die Absicht einer Konsekration mit der Einweihung verbunden. Er hat ja die Stadt nicht erweitert, und es ist nicht zu bezweifeln* daß man in ganz Jerusalem auch zu Zeiten, da die Stadtmauer Breschen aufwies, sowohl Friedensopfer als auch den zweiten Zehent essen durfte. Bis zur zweiten Mauer war die Stadt schon seit König Hiskiah konsekriert und blieb es auch ununterbrochen. In diesem Punkte brauchte weder Nehemiah noch irgend ein Hasmonäer Wandei zu schaffen. Aus demselben Grunde ist es aber auch ausgeschlossen, daß Abba Saul einer — gleichviel ob hohen oder niederen — Umwailung. zwischen der zweiten und dritten Mauer einen konsekri er enden Charakter zuerkennen konnte. Diese Umwallung muß ja immerhin zu einer Zeit errichtet worden sein, da es keine אורים וחומים und auch keinen Propheten ge־ geben, und ohne diese, so behauptet nun einmal Abba Saul, ist an eine legale Konsekrierung nicht zu denken. Deshalb muß ich zu meinem Bedauern die Auffassung, welche unser verewigter Meister Graetz von der Bezetha genannten Vorstadt Jerusalems hafte, als eine dem Wortlaut der Tosifta widersprechende bezeichnen. Die von ihm supponierte niedere Umwallung und die Erbauung der dritten Mauer liegen ja zeitlich nicht soweit aus• einander, daß man wohl jener, nicht aber auch dieser einen konsekrierenden Charakter zuerkennen könnte. Ich vermag auch mit dem besten Willen nicht unter בצעץ »Parzellen, Terrainstücke«, sondern bloß »Einschnitte, Einsattelungen« zu verstehen. Der bis zu einem gewissen Punkte gediehene Arbeit dankte und zu ihm um Schutz gegen die römische Gefahr betete. Das שיר של תודה und. das שיר של פגעים hingen an diesem Einweihungstage sehr eng zusammen. Davon wollte Maimuni Beth habch. 6, 12 nichts merken, obgleich er eine Ahnung davon gehabt zu haben scheint, welchem Zweck das Herunitragen der Dankopfer gedient hat.