Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Konsekrierung der dritten Stadtmauer Jerusalems
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829881-2829886-2894266--42929-2894358- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Konsekrierung der dritten Stadtmauer Jerusalems. 399 Mauer, nicht wie bei der der zweiten unter Nehemiah zwei Sänger-Chöre hinter dem Synhedrion einherzogen, sondern daß man bloß zwei Dankopfer hinter ihnen getragen, deren eines sofort an der Mauer verzehrt wurde, um dem Volke ad oculos zu demonstrieren, daß der geheiligte Charakter der Stadt exklusive bis zu dieser Mauer sich erstrecke. Es muß daran erinnert werden, daß die Tosifta die von R. Jehudah ha־Nassi eliminierten Teile der Mischnah R. Meirs enthalte; denn es ist von Wichtigkeit, daß schon R. Meir den Standpunkt einnahm, das Synhedrion allein sei befugt gewesen, die Stadt-Erweiterung zu beschließen und vorzunehmen. Wir begreifen nun vollkommen, daß der Tosifta-Redakteur die Kontroverse zwischen dem T. k. und Abba ,Saul zur Mischnah Sanh. 1, 5 bringt, denn es galt ihm als Pflicht, uns darüber zu belehren, daß die Erweiterung der Stadt ausschließlich zu den Prärogativen des großen Synhedrion gehört. Das, so wird man mir einwenden, mag alles ganz richtig sein, aber erscheint nicht trotz alledem der aus der Mischnah R. Meirs stammende Satz in unserer Mischnah als hereingeschneit? Als historisches Faktum sicherlich; nichts destoweniger enthalte ich mich jeder Emendierung, weil ja möglicher Weise dieser Satz als Halachah aufgefaßt sein will. Ausgeschlossen freilich ist es nicht, daß in der Mischnah genau so wie in der Tosifta die zwei Worte בחומה העליונה oder בחומת אגריפס ausgefallen sind. Keinesfalls haben dieTannaiten unter den תודת גדולות des Nehemiah etwas anderes als zwei große Sänger-Chöre verstanden. Erst die Amoräer1), denen die Worte כיצד היו עושין in der Tosifta nicht *) Nicht bloß die babylonischen, auch die palästinensischen Amoräer machen Dankopfer aus den Chören. Nur in der Deduktion gehen sie auseinander; während der Babli Scheb. 16a die zwei Worte תודת גדולות heranzieht, urgiert der jeruschalmi das eine Wort תהלוכות, Sanh. 1,5 heißt es א״ר שמואל בר יחץ מה כתיב מהלכות לא תהלוכות »לא בניטלות על ידי אחר. Ja, der Jer. geht noch über den Babli hinaus mit der Frage ניחא בעליתן מן הגולה שהקריבו ואה״כ קדשו ,בהכנסתן לארץ במאי קידשו. Auf diese sonderbare Frage antwortet R. Jose bar Bun בשתי תודות הבאות מנוב וגבעון. Auch die Kontroverse zwischen