Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Flavius Josephus bei H. Graetz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 4)
- Language
- German
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388 ״ Flavins Josephus bei H. Graetz. er sich den Dank der Stammessgenossen erworben. Denn er habe die falschen Anschuldigungen gegen sein Volk widerlegt und die religiösen und sittlichenVorzüge desselben dargethan. Käme danach dem josephus nur ein geschichtliches Verdienst zu, so wollte ich weiter gehen und sagen: die beiden Bücher der Entgegnung gegen Apion sind inhaltlich typisch geworden für die Apologetik aller Zeiten.. Sie sind von bleibendem Werte, also, daß auch die Jetztzeit teilweis• das Rüstzeug der Abwehr gegen unberechtigte Angriffe auf Juden und Judentum von dort wird holen mögen. Wenn aber P. Wendland in s. »helienistisch-röm. Cultur« Kap. VIII »Hellenismus und Judentum« S. 117 von tendenziöser Apologetik des Josephus spricht,, so lasse ich es in dem Sinne gelten, daß er mit Überzeugung und Wärme seine Sache gegen die Judenfeinde führt, keineswegs aber in dem Sinne, daß er sich irgendwelcher Zustutzung auf Kosten der Wahrheit bedient. Es sind die bekannten unsinnigen- Fabeln von der Vertreibung der Juden aus Ägypten wegen Aussatzes*־ von der Herabdrückung eines Mose zu nichts anderem als einem ägyptischem Priester, von dem räuberischen Handwerke der Juden bei ihrem Eintritte in Kanaan, was im Namen Jerusalem ausgedrückt wäre, wozu griechische Etymologie hat herhalten müssen, vom Blutmärchen, gar in die Hallen des Tempels verlegt und von. Fabeln, die er im ersten Buche seiner Streitschrift widerlegt. Haben seine Ausführungen hier nur noch, wenn überhaupt ein Interesse,, historische Bedeutung, so ist von geradezu aktuellem Interesse- Alles, was er im zweiten Buche seiner Streitschrift vorbringt. Das Schema, nach welchem er gearbeitet hat, ist klar und durchsichtig- Da die Angriffe der Judenfeinde, wie eines Apion, teils gegen Volk und jüdisches Wesen, teils aber gegen Lehre und Gesetz, der Juden gerichtet sind, geht J. auf beides gesondert ein. Ich hebe im Folgenden von seinen Ausführungen die besonders heraus, die einen Seitenblick auf die heutigen Kämpfe um die Ehre jüdischen Namens wie der jüdischen Lehre verstatten, bzw. zu solchem einladen. »Zuerst das Verhältnis zu Gott betr.«: das Volk der Juden kennt nur einen Gott als Herrn über sich, den Ewigen, seinen Gott*