Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829881-2829885-2894166--42837-2894254- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
316 j| Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zuhz. b) Bey jedem Leichenbegängniß haben Sie nach unsem Statuten ממחה נכונה zu sagen, ein deutsches Gebeth, für das ein Formular als Fach werk vorliegt, zu halten; und Leichenreden da, wo der Verstorbene ein öffentliches Verdienst hatte und einen gemeinnützigen Charakter. c) Als Prediger nicht, ich bin Religiönslehrer und zugleich, da wir keinen eigentlichen Rabbiner haben, werde ich als Seelsorger (Pfarrer) betrachtet. In Prag ist das schwerlich zu hoffen, da die Appellanten dort von der Regierung bestellt sind. o) Die oben genannten sind die Verläßlichsten. Vielleicht habe ich Einige vergessen. Ich kenne persönlich nur wenige. Mit dem Vorstande der Gemeinde dürfen Sie sich nicht einlassen, denn die sind in Prag »bezahlte Beamten«. Es ist das פרנסות kein Ehrenamt in Prag. e) Über Orthodoxie habe ich meine Meinung gesagt. Meine Frau trägt ihr eignes Haar, und ich rasire mich und gehe mit einem Kappel, wenn mich friert, sonst nicht. Sie sind kein רב Grad geht es zu Ende ich schließe also kurz abgebrochen. Grüße herzlich und freundlich Ihre Frau. Wünsche Ihnen Glück und Segen. Ihr Freund Von Zz. Hand. Mannheimer. erhalten 22. Februar 1835. Beantw. 16. April. Donnerstag war die große Festlichkeit in der Altschule, wo Dr. Frankel aus Töplitz1) eine Predigt gehalten. 19. Zunz an Mannheimer. d. d. 16. April 1835. Verehrter Freund! Ich bin noch im Rückstände 2) mit meinem Danke für Ihre so gütige Auskunft in dem am 22. Februar erhaltenen Briefe. Nach den Mitteilungen habe ich mich gerichtet, als ich den Herren in Prag zehn vorläufige Punkte aufsteilte. Sowohl der Verein als dessen Sekretär, Juda Pollak — letzterer *) Vgl. MS. XLV (1901), S. 223 ff. 2) Ein Auszug von Zunzens Hand bey Maybaum a. a. O. S. 43.