Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 22)
- Language
- German
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814 Bcr Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer ׳u. Leopold Zunz. derselben, und Landau ist, urn nicht Aergeres zu sagen, ein höchst un verläßlich er Mensch, den nur Interesse und Eitelkeit leitet, und der sich der Sache gleichsam bemächtigt hat, weil sie sonst ohne י ihn zu Stande gekommen wäre. Peter Beer zeigt Eifer, hat aber keinen merklichen Einfluß. Die eigentliehen thätigen und redlichen Arbeiter sind: 1. ein junger Mann, Lazar Pollak, der eigentliche Gründer, Leiter und Beförderer der ganzen Unternehmung. 2, dessen Oheim Joseph Pollak, ein .sehr vermögender, wohlgesinnter und rechtlicher Mann, 3. Herr Lipmann, der seinerseits sowohl für diese Sache als für die Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse viel Theilnahme und Eifer bewiesen hat. Mit diesen ist zu unterhandeln. Was die Andern betrifft, ist von Allen keiner, von dem man mit Gewißheit sagen könnte, daß er der Sache anhänglich bleiben werde. Sonstige achtbare Gemeindeglieder sind S. B. Hirsch, Gebrüder Porges, Jonas Porges, S. Kuh und Mehrere. Fragen Sie lieber an, mit wem Sie zu contrahiren hätten. Vielleicht hat sich ein Vorstand gebildet, der als Behörde auftritt. Die Stelle des Religionslehrers kommt mit der Ihrigen in keine Verbindung; da 2 Religionslehrer vom Staate angestellt sind — Peter Beer für die Normal- (deutschen) Schulen und Homberg für die Gymnasial-Schulen. Homberg hat sogar noch einen Substituten, den Dr. Wessely. Wenn Einer von den beiden stirbt, da sie beide sehr alt sind, ist davon zu reden, könnte allerdings die Religionslehrerstelle mit der Predigersteile verbunden werden, und dann hätten Sie einen öffentlichen Character. Im Punkte der Orthodoxie ist meine Meinung אל תצדק הרבה ואל תרשע — ne quid nimis. Jedes System ist das richtige, wenn es consequent durchgeführfc wird und im Character seine Bewährung findet. Aergerniß darf keiner geben, der bey Juden Einfluß gewinnen will, am wenigsten bey einer Gemeinde wie die Prager, die 10000 Seelen vom plebs zählet. Eben so unglücklich fährt man aber auch, wenn man über sein e freisinnigen Ideen das Gewand der Heiligkeit und einer verschollenen Ascetik zieht, das unser Eins so wenig ansteht. Ich habe das wenigstens sehr sorgfältig vermieden und habe dabey Achtung und Liebe und Zutrauen bey allen Paitheyen gewonnen. מדבר שקר תרחק ist bey mir die Hauptsache. Nun zu Ihren Punkten.