Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829881-2829885-2894166--42818-2894235- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
<Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zunz, 297 fleißig mit Hannchen1); ich beneide Euch beide, und wenn ich keine fleißige Correspondence haben kann, 30 bitte ich Dich dennoch mich nicht ganz zu vergessen und mir zuweilen einige Nachrichten mitzutheilen wonach ich mich wahrlich sehne, erfülle meine Bitte, sobald Du kannst und schreibe bald Deiner Freundin Lisette Mannheimer. Viele herzliche Grüße Deinem lieben Manne. Ich muß für heute schließen, da Mannheimer auch einige Worte schreiben will. Viele Grüße allen denen, die sich meiner erinnern N. S. So machen es die Männer, meine Liebe! Die Frau muß sich kurz fassen, kann nicht einmal änfangen, ihr Herz der Lieblingsfreundin auszuschütten, um dem Mann Raum zum Schreiben zu lassen, der am Ende ihre Güte misbraucht. Das nächste Mal werde ich nicht so gefällig sein. Lebe vohl. Deine . Lisette. Herrn Dr. Zunz Wohlgeboren in Berlin! Wenn nicht die Frauen wären, wahrlich ich glaube, wir Männer hätten den Briefwechsel schon längst unterbrochen! Ich gestehe es Ihnen offenherzig, die Wissenschaft und die Humanität beide verlieren sie gar wenig bei meinem unverzeihlichen Stillschweigen, und wenn nach meinem Tode irgend jemand eine Exempelsammlung des praktischen Stils oder auch nur einen Briefsteller ediert, meine Briefe kommen gewiß nicht hinein. Aber Jammer und Schade ist es doch bei allem dem, daß ein Mensch, der beinah das Jahr hindurch kein gescheidtes Wort hört, weil er mit Niemanden Umgang hat, der was sprechen kann, daß ein solcher Bösewicht die einzige Gelegenheit, die ihm noch dargeboten wird, nicht besser benützt. Schämen sollte ich mich — nun — und das thue ich auch — was wollen Sie mehr? Es ist alles Mögliche von einem solchen Taugenichts. (2ומודה ועוזב ירוחם war י״כ mein Text; sagen Sie Amen und lassen Sie uns in der Folge beide — von Neuem sündigen. Anders wird die Geschichte doch nicht ausfallen, Sie werden mich ein halbes Jahr wieder warten x) Frau Dr. Kley, s. oben S. 106. 113. 2) Spr. 28,13.