Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 4)
- Language
- German
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äfö Der Örtefwechse! zwischen Isak No* Mannheimer a. Le0p04(i Zmt. 12• Mannheimer an.211112־• Wien, d. 31. Oktober 1&26. |Vort Zunceric Hand: erhalt. 7. November beantw13 .־. März 1829.] Meine geliebte Adetheit! So sehr ich auch weiß1) wie schwer ich mich an Deiner Freundschaft versündigt habe, so bin ich dennoch überzeugt, daß Dir einige Zeilen von der entfernten Freundin Willkommen seyn werden. Deinen letzten Brief, meine Liebe, erhielt ich zu der Zeit, als ich nach neun leidenvollen Monathen meine Nieder- ׳ kunft erwartete, die auch einige Tage darauf erfolgte, wie Du aber wissen wirst so war das Kind leider tod; nachdem ich mich eben wieder erholt hatte, da wurde mein guter Mannheimer * krank, bald nach seiner Genesung zog ich einige Monathe aufs Land, und in der letzten Zeit haben häusliche Geschäfte und die Veränderung unserer Wohnung meine Zeit in Anspruch genommen. Da hast Du nun, liebe Adelheit, eine kurze Biographie, worin Du gewiß eine Entschuldigung für mein langes Stillschweigen finden wirst. Sei dennoch überzeugt, daß ich trotz : meines Stillschweigens Deiner gewiß oft mit Liebe und Sehnsucht gedenke. Was meinen Aufenthalt hier betrifft, so‘ werde ich hier doch nachgerade einheimisch, Mannheimer findet für sein Streben und für die gute Sache immer besseren Erfolg; es geht hier so langsam nur, ehe sich die Leute an etwas Neues gewöhnen. Die Wiener sagen selbst, daß die Wiener eine Eisrinde haben, die erst erweicht werden müsse und wozu Zeit gehöre. Wir leben sehr einsam und zurückgezogen; Mannheimer lebt für sein Amt und für seine Frau, und ich lebe nur für meinen Mann. Diesen Winter im Februar erwarte ich meine Niederkunft, die Schwangerschaft ist bis jetzt ungleich besser als das c vorige Mal. Gott gebe mir nur Segen zu allem Übrigen. Wie ich vor einiger Zeit hörte, so correspondierst Du *) Vgl. die Vorbemerkung zum 6. Briefe, S. 105.