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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 3 · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Vertreibung der Juden aus Rothenburg o./Tauber 1519/20
Date
1917-01-01
Page
Seite 272 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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272 Zur Geschichte der Vertreibung der Juden a. Rothenburg o/T. Judei ca. ccmsuluit et ca. sicut Jude!, de Judeis et Sarace. Quibus locis habetur, quod Judei veteres sinagogas possunt retinere, et sine iudicio rebus suis non sunt spoliandi nec ipsorum cimiteria violanda nec eorum corpora exhumanda. So ist auch in den keiserlichen. Rechten lauter und clar versehen, das man die Juden on recht nit vertreiben sol, sonder sie bei Recht und Billigkeit pleiben lossen . . . Darumb und dieweil die Freiheit nit vermag, das die Juden aus der Stal Rottenburg zu vertreiben sein, so besorg ich es mechten andere Juden dahin gesezt werden, von welchen der Nuz andern und nit gemeiner Stat völligen mocht. darumb mein Roth, man wol sollichs bei Römischer königlicher Maiestat durch ein Freiheit furkommen, wiewol in vilerlei Weg besser zu handeln gewest wer, so die Juden noch hirgewest wern, dan iezt. Wolff Offner Licenciat seripsit. Nachdem die Juden abgezogen waren, wurde nun die Um- Wandlung der Synagoge in eine Kapelle »der reinen Maria« betrieben; Stadtschreiber Zweifel berichtet1) 17. II. über seinen in Würzburg bei dem Bischof und dem Weihbischof gemachten Besuch betr. Umwandlung der Synagoge in eine christliche Kapelle und deren Einweihung. Über die Vertreibung der Juden äußert er sich, er habe S. fürstl. Gnaden »anpracht die Mainung ain Erbarer Rat zu Rotenburg betten on Zweifel nit on sonderliche Schickung Gottes die Juden, bißher in irer Statt gewest, in betracht des gemainen Nutz und das sie dem gemainen Mann und andern mit irem Wucher und unzimlichen Handeln schedlich gewest wern, besonder in Kraft irer habenden Gerechtigkait geurlaubt und weggelassen, also das kainer mer dawer oder hinfuro kommen wurd.« Ein Bedenken des Bischofs, daß die Kapelle vielleicht entweiht sei durch darin bestattete Juden, wird zerstreut durch ein Schreiben2 *) d. d. Dienstags nach Invocavit [=28. Febr. 1520]. Schon am folgenden Tag kommt von Würzburg Antwort8) :) 1901 f. 271—275. 2> 651 f., 1 r; im Entwurf 1901 f. 276. z) 1901 i. 27S.

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