Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Vertreibung der Juden aus Rothenburg o./Tauber 1519/20
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 11)
- Language
- German
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G eschichte der Vertreibung der Juden a. Rothenburg 0/T. 273 mit Genehmigung des Bischofs und am 1. März ein Schreiben des Weihbischofs Johannes [Pettendorfer] episcop. Nicopolens, der Vorschriften gibt, was vor der Weihung zu geschehen habe. Vor allem verlangt er gründliche Untersuchung, ob der Juden Körper in der Synagoge begraben seien; man müsse sorgen, »daß man dieselben weit von geweihter Stätte außvverffe«; dann soll die alte Tünche abgehauen und innen und außen neu getüncht werden, auch empfehle es sich, die Mauer gegen Sonnenaufgang niederzuwerfen und mit dem Chor hinauszurücken und einen Altar darein zu bauen »auf ain Zeit mit Dilen oder Britter beschlagen, biß ir mit Mueß mocht pauen«. Doch machte der Weihbischof noch einige Bedenken geltend ähnlich, wie sie Wolf Ofner vorgebracht hatte; man müsse also dafür sorgen, daß die Juden sich »irer Gerechtigkeit, die sie nach Christlichen und kaiserlichen Rechten an der Synagog haben mügen renuntirn oder verzeihen, oder sollichs bei bebstlicher Hailigkeit oder Römischer Königlicher Mt. erlangt werden sollt.« Dies wurde in einem Schreiben vom 6. III.1) für unnötig erklärt mit nochmaliger Berufung auf die alten Freiheiten und beigefügt: »es haben auch die Juden kain aigen Haus allhie gehabt, sonder aller Heuser, auch die Synagog und Kirchhofe, wie die jezo vor Augen, sind gemeiner Stat gewest und sind inen die von uns verliehen worden, also das wir vorhin mit genügsamer Ankunft2) und Gerechtigkeit fursehen sind«. Man habe bereits die Her- Stellung der Kapelle nach seiner Instruktion bestellt und »einen Platz daran zu einem Gottsacker außerhalb des Judenkirchhofs mit Abbrechung etlicher Heuser verraumben lassen.« Daraufhin versprach der Weihbischof am 8. III.3) sein Erscheinen für den Ostermontag abends; Dienstags (10. April) solle dann die Kapelle, Mittwochs der Gottesacker geweiht werden; «mögt solichs in der Stat, auch in umliegenden Flecken auf dem Land lassen 1901 (ג f. 280 im Entwürfe, 651 f. 5 v, 6 r. ״) Ankunft Herkunft, Herkommen, herkömmliches Recht. 3) 1901 f. 281. Monatsschrift, 61. Jahrgang. 19