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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 3 · p. Seite 268

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Vertreibung der Juden aus Rothenburg o./Tauber 1519/20
Date
1917-01-01
Page
Seite 268 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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268 Zur Geschichte der Vertreibung der Juden a. Rothenburg 0/T. wurden. Darum gingen am 16. und 23. Nov. Schreiben an den Dr. Steinmetz nach Würzburg ab1),‘ in denen dieser ersucht wurde, sich gutachtlich zu der Frage der Solution der Judenschulden und Pfandlösung zu äußern. Seine Antwort fiel im Sinn derjenigen Gläubiger aus, die von der Sachlage möglichst viel gewinnen wollten2). Wegen der Pfandlösung ging am Montag nach Marcelli 1520 (16.1) auch ein Schreiben an die von Hall und Dinkelsbühle, das uns einen Einblick gewährt in die Art geschäftlicher Verbindung, in der die Christen mit den Juden standen. Es heißt dort3): »Nachdem wir uns furgenomen haben, die Juden zu Urlauben, und wegzulassen und dann bißher bei uns gebraucht worden ist: So jemand uff den andern mit Gerichtsordnung Pfand erlangt und zu Händen bracht, daß derselbig oder dieselbigen solliche Pfand haben um ir erlangt Geld oder Gerechtigkeit samt er־ langtem Gerichtsschaden unter die Juden versetzt etc. nun ain Enderung gewinnt und uns gebürt, derohalben Ordnung für־ zunemen, wie es mit sollichen Pfänden nun hinfüro gehalten werden soll . . . ist unser freundlich Bitt E. E. W. wollen 11ns dessen alles ein Abschrift oder schriftlich Verzaichnus . . . zuschicken . . .<; Man ersieht daraus, daß die Christen durch solches Geschäftsgebaren alle Widerwärtigkeiten, die sich an die gerichtliehe Entscheidung knüpften, auf die Juden abwälzten; das war wohl hauptsächlich »der Last גי, durch den die Juden beschwerlich fielen. Im großen und ganzen suchte übrigens, wie es scheint, der Rat den Juden zu ihrem Recht zu verhelfen, wohl auch dem Druck der Verhältnisse gehorchend, da sich viele Juden bereits in den Schutz anderer Fürsten und Herren begeben hatten, die sich ihrer Rechte mit Nachdruck annahmen. Ganz besonders kommt dies in mehreren Schreiben zum Ausdruck, die an den starrköpfigen markgräflichen Schultheißen Lienhart Prenner zu 1) 650, 508, 516: das erste im Entwurf auch 1901 f. 267. 2) S. Breßlau, a. a. O. S. 5. ’*) ^50, 554•

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