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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 3 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Vertreibung der Juden aus Rothenburg o./Tauber 1519/20
Date
1917-01-01
Page
Seite 267 (sequence 5)
Language
German
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Zur Geschichte der Vertreibung der Juden a. Rothenburg o T. 267 Natürlich hatten inzwischen auch die Juden von dem Vorhaben des Rats, sie zu vertreiben, vernommen; »da sie sollichs vermerkt sind sie für uns kommen und haben selbs um Urlaub gebeten« schreibt der Rat am 16. XI. 1519 an Eh*. Steinmetz in Würzburg1); so konnte der Rat schließlich mit einem Schein der Wahrheit sagen, daß dieser durch die Not erpreßte Schritt der Juden ein freiwilliger gewesen sei. Mit dieser »Beurlaubung« der ortsansässigen Juden war aber auch Ausschließung aller auswärtigen verbunden; alle Gesuche von auswärtigen Fürsten oder Adligen, die für einzelne ihrer Schutzverwandten um Zulassung zu Handels■׳ oder Rechtsgeschäften nachsuchten, wurden abschlägig beschieden; die in all diesen Schreiben fast völlig gleichmäßig wiederkehrenden Worte lauten (Schreiben an Graf Georg von Wertheim 650, 524 v. 5. XII. 1519) »nachdem wir unsre Juden allhie geurlaubt hinwegzuziehen, die auch ain klaine Zeit, in der sie sollichs enden sollen, vor jnen haben, haben wir daneben beschlossen, kainen Juden mehr in unser Stat auß oder einwebern2) zu lassen und darumb auch etlichen vom Adel, die uns auch gleicherweis von irer Juden wegen geschriben und ersucht hand, solich ir Beger abgeschlagen.« Zur Erledigung von Rechtshändeln soll aber den Juden gestattet sein, »einen Anwalt, der ain Crist sei, mit volkommener Gewalt abzufertigen ... so soll im alsdann zu dem er Fug und Recht hat, verholten werden.« Da den Juden nur »ain klaine Zeit« zur Abwickelung ihrer Geschäfte vergönnt war, worin man vielleicht eine Sicherheitsmaßregel des Rates erkennen darf, der einem zu befürchtenden Ausbruch der leidenschaftlich erregten Massen verbeugen wollte, d a aber auch viele Juden noch vor Ablauf der gesetzten Frist 2. II. 1520) sich in Sicherheit zu bringen vorzogen, so war es die nächste Aufgabe des Rats, dafür zu sorgen, daß alle geschädlichen Verbindungen zwischen Christen und Juden geregelt r; 6S0, 50S. 2) webern in Bewegung sein, wandern.

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