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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 3 · p. Seite 244

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 3
Article
Die Fluchpslamen im Urteile Luthers und Franz Delitzschs
Date
1917-01-01
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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244 Die Fluchpsalmen im Urteile Luthers und Franz Delitzsch. Zu Ps. 109 (Altenburger Ausgabe III, 507): »Liebe flucht nicht, rächet sich auch nicht, aber der Glaube flucht und rächet. Das zu verstehen mußt du voneinander scheiden Gott und Menschen, Personen und Sachen. Was Gott und die Sache angeht, da ist keine Geduld noch Segen, sondern eitel Eifer, Zorn, Rache und Fluchen. Als daß die Gottlosen das Evangelium verfolgen, das trifft Gott und seineSache an; da ist nicht zu segnen noch Glück dazu zu wünschen, sonst müßte niemand auch wider Ketzerei predigen noch schreiben, sintemal solches nicht mag zugehen ohne Fluchen . . . Das heiße ich nun Glaubensflüche. Denn ehe der Glaube ließe Gottes Wort untergehen und Ketzerei stehen, eher wünschte , er, daß alle Kreaturen untergehen . . . Gleichwie Mose Numeri 16 betet, daß Gott KoralVs Gebet nicht sollte erhören, noch ihr Opfer annehmen. Darum muß es geflucht, Übels gewünscht und Rache gebeten sein wider des Evangelii Verfolgung und Irrtum und wider die, so solch Unglück treiben und anrichten . . . Summa: fluchen um Gottes Worts willen ist billig, aber um deinetwillen oder dich selbst zu rächen oder das Deine zu suchen, ist unrecht. Und in solchem. Fluch isfs fein, daß man Gottes Namen nenne und durch Gott fluche, gleichwie man auch bei seinem Namen schwört und segnet. Also steht geschrieben 2 Kön. 2, daß Elisa fluchte den Kindern Bethels im Namen des HErrn, daß sie die Bären zerrissen, und Sacharja 3 flucht der Engel also: »Der HErr strafe dich, Satan!« und Paulus Act. 23: »Der HErr schlage dich, du. getünchte Wand!«.« Zu Ps. 109, 6 (»Setze Gottlose über ihn, und der Satan stehe zu seiner Rechten!«) macht Luther freilich die Bemerkung (Altenburger Ausgabe III, 508): »Schreklicheren, greulicheren Fluch und Unglück habe ich in aller Schrift nicht gelesen, denn diese zwei Verse geben, welche allein billig sollten erschrecken und alle Welt zu enge machen allen, die Gottes Wort verfolgen und anfechten.« Aber man sieht sofort, er meint das »schrecklich« und »greulich« nicht für den, der den Fluch ausgesprochen, sondern für den, den er trifft. Das wird noch deutlicher in der

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