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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1917-01-01
Page
Seite 228 (sequence 9)
Language
German
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223 Besprechungen* Im zweiten Abschnitt (S. 36—74) gibt £. zunächst eine allgemeine Charakteristik des Kommentars und weist u. A. auch auf den Ertrag hin, der aus ihm für die einfache Bibelexegese sich ergibt, sowie auf seine Zusammenstellung mischnischer Wörter mit entsprechenden biblischen, wo er oft mit Saadjas »siebzig Wörtern« zusammentrifft *($. 38—40). Dann bespricht E. den Mischnatext des Kommentators, der auf Schritt und Tritt verschiedene Varianten der zu kommentierenden Mischna mit איכא דאהרי anführt. Ob man nun mit E. behaupten kann, daß diese Varianten nicht auf verschiedenen Exemplaren und Codices beruhen, sondern auf mündlicher Überlieferung, und zwar hauptsächlich darum, weil diese Varianten manchmal mit □יש שוני eingeleitet werden, bleibe dahingestellt, gewagt aber scheint mir die Behauptung E.'s (S. 49), daß es bis zum Ende des Gaonats, sowohl in den babylonischen als auch in den palästinensischen Hochschulen, fachmännische Rezitatoren gegeben habe, die speziell Mischnajot und Barajtot mündlich vortrugen, und die wie in amoräischer Zeit □תנאי, resp. □משני genannt wurden. Diese Benennungen kommen meistens in Begrüßungsformeln gaonäischer Episteln vor (zusammengesteüt in rn. 48—46 ,1 ענינים שונים־), hier scheinen sie aber eher leere Titel und Nachahmungen archaischer Formeln zu sein, wie die benachbarten סנהדרי גדולה und סנהדרי. קטנה, weswegen bald diese, bald jene hie und da fehlen oder auch noch von anderen allerlei Titeln begleitet sind. Es ist auch schwer anzunehmen, daß noch ein halbes Jahrtausend nach Abschluß des Talmud solche spezielle Rezitatoren oder Tradenten oder Kenner von Mischnajot und Barajtot vorhanden waren und sie mündlieh vortrugen, eher würden sie Gemara-Stelien und dgl. vorgetragen haben1). Die von E. angeführten Stellen bei Scherira und Hai aber: ג) In einem Responsum sagt zwar Scherira (תשובות גמו״ם nr. 140; vgl. A. Epstein, Harkavy-Festschrift, hebr. Abteil., p. 164), daß man noch zu seiner Zeit genaue Nachrichten hatte von dem, was zur Zeit der Geonim Paltoj, Acha und Matfcitjah passierte, was sie lernten und worüber sie sich unterhielten, und sogar von dein, was zur Zelt der Geonim Abumai (אבומאי anst. איכומאי) und Abrahams sich zutrug, aber hier liegt zwischen Scherira und ihnen ein Zeitraum von höchstens 150 Jahren (Abumai fungierte 810—814), dann lebten sie alle in'einer und derselben Stadt, d. h. Pumbadita, und erlitten die Traditionen keine Unterbrechung und keine wesentliche Änderung, wie etwa beim Übergang von talmudischer zu gaonäischer Epoche.

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