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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 227

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1917-01-01
Page
Seite 227 (sequence 8)
Language
German
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Besprechungen. 227 bisch verfaßt ist, weil sein Verfasser wohl aus einem arabisch sprechenden Lande stammte, schrieb der Verfasser unseres Kommentars zu Tohorot hebräisch, weil er vielleicht Palästinenser oder Egypter (oder schließlich Byzantiner, wie solche sich auch in der Hochschule Hais auf hielten) gewesen ist. Zwar führt Abulwalid Erklärungen aus unserem Kommentar als תפשיר ללגאונים, שרוח ללגאוגים und תפשיר לגאון an (ebenso rabd. aus Posquieres und Simson aus Sens, s. E., S. 16—17), aber das beweist mir, daß hier gaonäisches Gut enthalten ist. Nennt ja Abulwalid unseren Kommentator einfach Ostländer (בעץ אהל אלטשרק), ohne ihn als Gaon zn bezeichnen. Daß er kein Gaon gewesen ist, folgt noch vielleicht daraus, daß er ziemlich oft gaonaische Responsen zitiert, mit der Bezeichnung שאילות (s. E., S. 84; vgl. besonders Kel. XXX,!: כבר נשאלו בשאילות והשיבום), nie aber seine eigenen Responsen. Es werden auch in Bücherlisien aus der Genisa viele ähnliche Worterklärungen zu Mischna und Talmud verzeichnet, die, wenn kein Autor dabei genannt ist, wohl von solchen Schülern oder von anderen Autoren, jedenfalls von Nicht-Geonim, herrühren. So zur Mischna: אלפאט אלטשנה (Saadyana, S. 79,!. 8; s. mein Schechters Saadyana, S. 21, nr. 7), אלפאט משנה (ZfHB. xn, 120, l. 29) und אלפאט זרעים ומועד משגה (REJ. xxxix, 200, m.33); zum Talmud: תפסיר אלפאט אלתלמוד (JQR. xin, 54, nr. 67; vgl. das. 327 ob.); zu einzelnen Traktaten (Mischna oder Talmud?): אלפאט ברכות (das. nr.45), אלפאט מסכת שבת (ZfHB., a.a.o. 124, I. 15). Dann aber auch ohne nähere Bezeichnung: תפסיר אלפאט (jQR. XV, 77, nr. 3) und פירוש אלפאט (REJ., a. a. O. nr. 3). Ja sogar zu den Halachot Gedolot wurden derartige Glossare verfaßt (אלפאט הלכות גדולות JQR. XJIl, 54, nr. 45 und REJ. XXXII. 127)5). Was nun die Zeit unseres Kommentars anbetrifft, so ist ein terminus a quo die Erwähnung Nachschons (Ke). XXVII1?3; des einzigen mit Namen zitierten Gaon), dann aber auch die Benutzung Saadjas, ein terminus ad quem ist Abulwalid, aber wahrscheinlich schon Hai oder vielleicht sogar schon Sdierira, deren Einfluß hier sich nicht geltend macht, so daß er wohl kn der zweiten Hälfte des X. Jahrhunderts entstanden ist, also jedenfaüs ein ehrwürdiges Alter hat. Aptowitzer (MGWJ. 1908, 302ff.) stimmen der Ansicht Wertheimers bei und halten den Kommentar für ein Werk Saadjas, aber ohne genügenden Grund. Vgl. noch Liber, REJ. LVUI, 150; Eppenstein, Beiträge 118 u. £., S. 30. ר) In ZfHB., a. a. O. 117, nr. 43 fehlt das auf אלפאט folgende Wort.

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