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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 201

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 201 (sequence 26)
Language
German
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Lazarus Bendavid. 201• liehen Zeitrechnung gelebt haben, liefert uns einen lebendigen.■' Commeniar zu manchen Stellen des N. T.; so •wie jene Stellen, den Beleg für die Wahrheit der Zeichnung liefern, die wir von dem religiösen Character der Juden geben. Nur nothgedrungen also, nur durch die Umstände gezwungen, schmiegt sich der Jude unter die eiserne Hand des Schicksals, die ihm die Künste des Lebens, zu seinem Unterhalte, zu lernen befiehlt, und mit verdächtigem Auge betrachtet er den, der sich dazu aufwirft, diese ihm gehässige Hand des Schicksals zu führen. Am wenigsten aber traut er einem solchen Manne zuy daß er den ernsten Willen hege, ihn in seiner Religion zu bestärken; am wenigsten traut er ihm Rechtgläubigkeit, oder jene Redlichkeit zu, nach welcher die Religionsgesetze nicht bloß zum Scheine, sondern aus Überzeugung ausgeübt werden sollen1). Von einem Lehrer im Schreiben, Rechnen usw. auch den Religionsunterricht zu empfangen, scheint dem Juden eine bis ans Lächerliche grenzende Ungereimtheit, und einen Religionslehrer mit dem Unterrichte in jene (!) profane Dinge zu behelligen, eine Entweihung des Heiligen zu sein. Diese auf Erfahrung und genaue Kenntniß des jüdischen Characters gegründete Betrachtung, führt natür-: licherweise den Schluß herbey: ״daß in den jüdischen Bürgerschulen, worin doch der Mensch- ״eigentlich nur das lernen soll, was zu seinem zeitlichen Wohl־ ״ ״seyo gereicht, nichts gelehrt werden müsse, was nur im ״mindesten auf seine Religion, weder für noch wider dieselbe• ״directen Bezug hat; sondern dieser Unterricht muß, mit- ״Inbegriff der hebräischen Sprache einstweilen noch nach wie ״vor dem Juden selbst ohne allen fremden Einfluß, überlassen ״bleiben/‘ Ein zweyter Unterschied zwischen den christlichen und jüdischen Bürgerschulen möchte nur wohl folgender seyn. In den christlichen Bürgerschulen ist es von keiner besonderen J) ebenso (d. h. ebenso unzutreffend, wie das in der vorangehen״ den Randbemerkung Zurückgewiesene). Monatsschrift* Jahrgang:, (in. 14

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