Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Lazarus Bendavid
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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198 Lazarus Bendavid. des bürgerlichen Glückes der jüdischen Nation einreichen, und das Gutachten des Euchel und Bendavid darüber beybringen möchte. Alierunterthänigst habe ich daher nicht ermangeln wollen, mich mit den gedachten Euchel und Bendavid über diesen eben so wichtigen als der Weisheit Ew. Königlichen Majestät würdigen Gegenstand zu besprechen, uns gegenseitig unsere Erfahrungen und Vorschläge mitzutheilen, und das Resultat unserer Betrachtungen Ew. Königlichen Majestät alierunterthänigst zu Füßen zu legen. Wir gingen aber alle drey von den Gesichtspuncten aus, daß es der Weisheit Ew. Königlich. Majestät gemäß sey: 1. für die Juden überhaupt keine gelehrte, sondern bloß Bürgerschulen anzulegen, * weil nur durch diese der eigentliche Zweck: die Moralität und das bürgerliche Glück der jüdischen Nation zu befördern, erreicht werden könne. 2. von uns nicht die Pläne zur Anlegung von Bürgerschulen überhaupt zu verlangen, sondern bloß solcher, die sich für die jüdische Nation besonders eignen; und, eben weil sie sich von der einen Seite an ihren Charakter schmiegen, an ihm von der anderen Seite jene harten Auswüchse zerbrechen, wodurch der Jude sich selbst aus der bürgerlichen Gesellschaft stößt, und sich und seinem Mitunterthan nicht den *Nutzen gewährt, den der minder isolirte Mensch vom Staate zieht und dem Staate leistet Wir halten den zuletzt erwähnten Gesichtspunct um so mehr für richtig, als es Vermessenheit von uns wäre, anzunehmen, daß Ew. Königlich. Maj. mit Vorbeygehung der Weisen und Gelehrten christlicher Nation, von uns’einen Plan zur Einrichtung gewöhnlicher Bürgerschulen zu verlangen, geruhen wollen. Wir nehmen daher, wie wir glauben, mit Recht an, daß das von Ew. Königlich. Maj. in uns gesetzte, uns sehr schmeichelhafte Zutrauen, sich bloß auf unsere Kenntnisse der jüdischen Gesetze und die Einsicht gründet, die wir von dem National-Character der Juden haben, um darnach unsere Vorschläge so einzurichten, daß sie mit der mindesten Schwierigkeit ausführbar seyn mögen.