Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 191 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829881-2829884-2893979--42692-2894105
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Lazarus Bendavid. 191 Allwissenden der Glückseligkeit würdig werde; lehrt, daß diese Glückseligkeit nur durch eine ewige Fortdauer des Menschen erreicht werden könne: und endlich, daß selbst das Gefühl des Erhabenen nur dann uns mit Wohlgefallen erfüllen könne, wenn der Gedanke an Gott und Unsterblichkeit das Gefühl belebt Wie heilsam für Religion und Staat sind diese Lehren, wie wohltätig für den Denker! Dunkel wird Ihnen, m. H. der Weg err scheinen, den ich Sie zur Untersuchung des Grundes der philosophischen Gebäude führen muß; denn Sie treten aus einem grenzenlosen Raume, in welchem viele Windlichter Ihre Augen blendeten, in ein begrenztes, unterirdisches Gewölbe, das nur von der einzigen Fackel der Wahrheit beleuchtet wird. Aber bald wird sich Ihr Auge an diese schwache Beleuchtung so gewöhnen, daß Ihnen jener Schimmer unerträglich fallen muß. Wie glücklich wäre ich, wenn die Vorlesungen, die ich die Ehre haben werde, Ihnen zu halten, Ihnen das Geständnis ablocken sollten, daß man bei einem Funken Wahrheit besser sehe als bei den iausend Irrlichtern des Irrtums«. In demselben Jahre wie die Vorlesungen über die Kritik der praktischen Vernunft sind auch die »Vorlesungen über die Kritik der Urteilskraft« erschienen (Wien 1796). Bei dem lebhaften Interesse, das Bendavid schon früh den Fragen der Ästhetik zuwandte, mußte die Kritik der Urteilskraft auf ihn eine besonders starke Anziehungskraft ausüben. Und so beginnt er auch seine Vorrede mit den Worten: »Die Reichaltigkeit an Nebenbetrachtungen, welche Kant in die Schrift zu legen wußte, deren Auszug ich hier liefere, und das Wohlgefallen, das ich stets an Arbeiten fand, die so tief wie diese in die Seele des Menschen hineingreifen, machten, daß ich mich der Bearbeitung der Kritik der Urteilskraft wirklich, wie man sagt, con amore unterzog«. Aber er bekennt auch, daß es ihm unmöglich war, »die ganze Gedankenfülle des Urwerkes, nach meiner Art verständlich, in meine Bearbeitung zu übertragen, wofern ich es nicht darauf anlegen wollte, daß Kants Werk, dem Umfange nach, nur ein Auszug aus dem meinigen scheinen sollte«. Auf die Veran-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.