Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Lazarus Bendavid
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829881-2829884-2893979--42690-2894103- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Lazarus Bendavid. 189 bekämpft er in ihm das Kantsche Moralprinzip1), das in den Voriesungen über die Kritik der praktischen Vernunft ohne irgendwelchen Widerspruch vorgetragen wird. Das Werk befaßt sich vornehmlich mit Fragen der Ästhetik, die, wie es scheint, auf B. eine besondere Anziehungskraft ausgeübt haben und denen noch zwei andere seiner Schriften gewidmet sind2). Ich habe den Eindruck, daß er hier mehr als sonst seine eigenen Wege gewandelt ist und daß seine oft recht feinsinnigen Untersuchungen auf diesem Gebiete mehr Beachtung verdient hätten, als sie gefunden haben3). Mit den »Vorlesungen über die Kritik der reinen Vernunft« (Wien 1795, zweite Auflage, Berlin 1802) beginnt die Propaganda Bendavids für die Kantsche Philosophie, der er sich eine Reihe von Jahren hindurch mit einem wahrhaft apostolischen Eifer gewidmet hat Die Vorlesungen, wie sie uns gedruckt vorliegen, sind nur ein Auszug aus dem Kantschen Werke. Hier, wie auch in den Vorlesungen über die beiden anderen Kritiken, folgt B. Schritt für Schritt der Darstellung Kants, nur daß er die Argumente mitunter etwas anders gruppiert, um dem Hörer oder Leser dadurch das Verständnis zu erleichtern4). Erwähnt sei, daß B. Seiner Darstellung die zweite Auflage des Kantschen Werkes zu יג I S. 246 fg. 3) Eine dem Gebiet der angewandten Ästhetik angehörende Abhandlung hatte B. schon im Jahre 1791 unter dem Titel: »Darf eine moderne Statue im modernen Kostüm dargestellt werden (in Bezug auf die Statue equestre Friedrichs des Einzigen«) in der Deutschen Monatsschrift 1791, B. 3, S. 341—59־ veröffentlicht. 8) Als für uns besonders interessant führe ich folgende Bemerkung aus diesem Werke an: »Bibellesern brauche ich wohl schwerlich zu sagen, wie genau diese Begriffe mit denen Zusammenhängen, die die Schrift über die Entstehung des Bewußtseins aufstellt. Wie viel mir davon gehöre? mag und kann ich wahrlich nicht sagen, da frühzeitige Bekanntschaft mit der heiligen Schrift meinen Gedanken eine gewisse Stimmunggegeben hat, die sich noch immer dunkel erhält und gewiß in mir manchen Gedanken veranlaßt, den ich für neu halte« 4) Vorrede S. VI.