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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 181 (sequence 6)
Language
German
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Lazarus Bendavid. 181 ersten Exil iiinaufführend, eine überaus wunderliche Theorie, auf deren Wiedergabe der Leser gern verzichten wird. Er beruft sich auf Albo, als ob dieser den Messiasglauben geleugnet hätte, während er ihm doch nur den Charakter einer besonderen Grundlehre abspricht und der Ansicht ist, daß er in dem Glauben an Gottes Vorsehung miteingeschlossen sei1). Sehr bezeichnend für die aufklärerische Tendenz des Verfassers ist der Schluß *der Ab- Handlung: »Kein Mensch, und am wenigsten der so leutselige Baron Silvester de Sacy, verargen es daher dem Juden, wenn er seinen Messias darin findet, daß gute Fürsten ihn ihren übrigen Bürgern gleich gestellt und ihm die Hoffnung vergönnt haben, mit der völligen Erfüllung aller Bürgerpflichten auch alle Bürgerrechte zu erlangen2).« Weiter kann die Preisgebung des höchsten Zukunftsideals der jüdischen Glaubensgemeinschaft nicht getrieben werden. Der Messias also ist gekommen, wenn dem Juden irgendein Ämtchen zugebilligt wird, wenn herablassende Fürstengunst ihm allergnädigsten Schutz gewährt. Das heißt, in würdelosester Weise das Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht verkaufen. Dem Gebiete des Judentums gehören noch an eine Abhandlung: »Kabbalistische Fragmente»3), die ihm von unbekannter Hand ins Haus gebracht wurde, die aber den Eindruck einer Mystifikation macht, der Bendavid zum Opfer gefallen ist, und eine längere Arbeit: »Über den mosaischen Glauben«, die sich im Nachlaß findet, aber unveröffentlicht geblieben ist4). 1) Vgl. Albo, Iekarim 1, 4 u. a. O. 2) Im Anhang lasse ich aus Bendavids Nachlaß einen Bericht über den Pseudomessias Jacob Frank und dessen Angehörige abdrucken, der manches bisher Unbekannte enthält. 3) Deutsche Monatsschrift 1791 B. Hl S. 146—164. Eine ihm von einem Unbekannten in seiner Abwesenheit ins Haus gebrachte Handschritt, die B. mit einer Vorbemerkung über die Kabbala und mit erläuternden Anmerkungen veröffentlichte. Ich halte sie für eine von einem getauften Juden herrührende Mystifikation. *) Auch mit dem neuen Testament hat Bendavid sich beschäftigt. In seinem Nachlaß befindet sich eine Abhandlung: >Vorschlag zu einer

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