Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Lazarus Bendavid
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Lazarus Bendavid. Titel: »Über geschriebenes und mündliches Gesetz« das erste Kapitel seiner Untersuchungen über den Pentateuch erscheinen. Mit dieser und einer ihr vorangehenden Abhandlung war 8., einer der letzten Vertreter der Berliner Aufklärungsperiode, mit dem Manne in Verbindung getreten, der dazu berufen war, eine neue Entwicklungsperiode in der Geschichte des jüdischen Geisteslebens einzuleiten, mit Leopold Zunz, dem Begründer der modernen Wissenschaft des Judentums. Als Zunz das erste Heft der von dem Verein für Kultur und Wissenschaft. der Juden herausgegebenen und von ihm redigierten Zeitschrift Bendavid ^usandte, dankte ihm dieser in einem vom 14. März 1822 datierten ,Schreiben für diese Zusendung und bot ihm als Beitrag für diese Zeitschrift eine Abhandlung: »Über das Philosophen! vom ,Messias nach den Kabbalisten« an1). Zunz hat diese Abhandlung tunter dem etwas veränderten Titel: »Über den Glauben der Juden an einen künftigen Messias (nach Maimonides und den Kabbalisten)« in seine Zeitschrift aufgenommen2) und ihr dann noch die andere Abhandlung: »Über geschriebenes und mündliches Gesetz« folgen lassen3). Die Abhandlung über den Messiasglauben ist durch eine Bemerkung des berühmten Orientalisten Silvester de Sacy4) veranlaßt worden, »daß nämlich der Jude, für den die Lehre von einem künftigen Messias kein wesentlicher Glaubensartikel mehr, keine ihm teure Eigentümlichkeit sei, aufgehört habe, Jude zu sein«. Die Abhandlung bekundet einen völligen Mangel an historischem Sinn und an einem wirklichen Verständnis für das Wesen des Messanismus als einer der Grundanschauungen des Judentums, mit dem dieses, wie de Sacy ganz richtig bemerkt, steht und fällt. Auf Grund kabbalistischer Anschauugen, die er aus ganz obskuren späteren Schriften schöpft, konstruiert er sich, den Ursprung dieser Anschauungen bis in die Zeit nach dem ג) Ludwig Geigers Zeitschrift für die, G. d. 1. in D. V S. 260. 2) Zunz, Zeitschrift S. 167—230. s) das. S. 472—500. 4) Lettre a. M. conseiller de S. M. de Roi de Saxe par M. ie Baron d. S. Paris 1817, S. 9.