Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Lazarus Bendavid
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Lazarus Bendavid. 179 darstellende, welche die Ägypter mit dem Gottesnamen Menes oder Pan (Unitas), die Hebräer mit den Gottesnamen יהוה bezeichneten, 2) den Zebakthismus, die Zusammenfassung der Naturkräfte, bei den Ägyptern unter dem Gottesnamen Isis, bei den Hebräern unter dem des אל שדי auftretend und 3) die unterste Stufe, den Dualismus, bei den Ägyptern in Ösir und Tirap, bei den Hebräern in den תרפים Labans sich darstellend. Aus den Untersuchungen über den Pentateuch ist auch die Schrift über den jüdischen Kalender hervorgegangen1). In der Vorrede zu dieser Schrift bemerkt B,: »Die Frage, die er sich bei seinen Untersuchungen über den Pentateuch zum Lösen vorlegte: Wann fängt in der alten Geschichte der Juden die Zeit der Geschichte an — diese Frage wurde nie allgemein und deutlich ausgesprochen, und selbst in einzelnen Fällen immer als verdächtig bei Seite gelegt. Darum kam es denn auch wirklich so, wie es kam! Weil man Alles retten wollte, verdarb man Alles: und weil vereinigt aussehen sollte, was sich nicht vereinigen ließ, machte man das Helle dunkel und das Dunkele so finster, daß nun dem Forscher, der nicht durch Witz andere blenden, sondern sich selbst aufklären will, nicht so viel Licht übrig bleibt, um in diesem schauerlichen Irrsale sicheren Fußes fortzuwandern, geschweige einen baldigen Ausgang aus demselben hoffen zu können«. Die in dieser Schrift aufgestellte Theorie des jüdischen Kalenders hat bei nicht jüdischen Mathematikern große Anerkennung gefunden2), ist aber von jüdischen Chronologen, so z. B. von dem bekannten Meier b. Moses Kornick, auf das Entschiedenste bekämpft worden3). Als letzte Veröffentlichung aus diesem Gebiete ließ Bendavid unter dem x) Zur Berechnung und Geschichte des jüdischen Kalenders, aus den Quellen geschöpft. Berlin 1817. 2) Wie aus einer im Nachlaß vorhandenen Kopie eines Briefes vom iS. März 1817 hervorgeht, hat er die Schrift auch dem berühmten Mathematiker Gauß in Göttingen vorgelegt. Bei einer etwaigen Besprechung in den Göttinger Gelehrten Anzeigen bittet er um die Beriehtigung eines Druckfehlers und eine kleine Ergänzung. s) Vgl. S. 39 Anm.