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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 157

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Das Wort Pharisäer bei Spinoza
Date
1917-01-01
Page
Seite 157 (sequence 8)
Language
German
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Das Wort Pharisäer bei Spinoza. 157 Tempels, die Peruschim gemeint Nicht auf diese Pharisäer oder doch nicht auf diese allein, sondern vielmehr auf Juden einer von Spinoza als pharisäisch gekennzeichneten Richtung beziehen sich folgende Stellen. Tr. III, 40 »Die Pharisäer behaupten jedoch eifrig das Gegenteil, daß diese göttliche Gabe der Prophetie nur ihrer Nation eigentümlich gewesen sei«; III, 49 »Noch andere Stellen außer diesen werden vielfach herangezogen, namentlich von den Pharisäern; V, 14, »Wenn aber die Pharisäer nach dem Untergange des Reiches diese (Gebräuche) oder wenigstens einen großen Teil davon beibehalten haben, so geschah es mehr aus Gegnerschaft gegen die Christen als in der Absicht, Gott zu gefallen; VII, 38 »Ich gestehe, daß diejenigen über den wahren Sinn der Schrift mehr Gewißheit haben, welche die sichere Überlieferung oder wahre Auslegung der Schrift für eine von den Propheten überkommene halten, wie die Pharisäer es behaupten, oder welche einen Hohenpriester haben, der in der Auslegung der Schrift nicht irren kann, wie die Katholiken sich eines solchen rühmen.« Die Art der Nebeneinanderstellung von Pharisäern und Katholiken beweist, daß Spinoza hier nicht von den alten Peruschim redet. VII, 39 die Pharisäer führen nach der Lehre ihrer Rabbiner! die Überlieferung bis auf Moses zurück; VII, 88 Pharisaeorum traditionem . . . bezieht sich auf VII 38 ff., also hier wie dort Überlieferung der Pharisäer statt Überlieferung der Juden; VIII, 4 »Daß Moses der Verfasser des Pentateuchs sei, haben fast alle geglaubt, die Pharisäer sogar so hartnäckig behauptet, daß sie und einmal im Sinne von traditionsgläubigen Juden überhaupt: Sed haec ea qua solent pertinacia Pharisaei credunt). X, 44 das Konzil der Pharisäer; X, 45, wo das Wort Pharisaei zweimal vorkommt, ist einmal von den Pharisäern, die den Kanon zusammengestellt haben, die Rede, das zweite Mal jedoch (»quia ipsi Pharisaei Talmude hoc clafe indicant«) sind amoräische Tradenten gemeint und R. Jehuda nora. Rab (Spinoza schreibt dafür irrtümlich Rabi) besonders erwähnt. XII, 28 (zweimal) dieselben Pharisäer wie X, 43; XVIII, 11 die Pharisäer bei Josephus; XVIII, 24 (dreimal) die Pharisäer z. Z. Christi, mit der üblen Nutzanwendung, daß ihr schlechtes Verhalten immer und überall Nachahmung gefunden hat.

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