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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Das Wort Pharisäer bei Spinoza
Date
1917-01-01
Page
Seite 155 (sequence 6)
Language
German
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Das Wort Pharisäer bei Spinoza. 155 »die er selbst später so nennt«. Daß diese Annahme (Pharisäer bei Sp. ־= Rabbiner) unrichtig ist, ergibt sich schon aus der einen Stelle1)* wo Spinoza sagt, daß die P.harisäer von ihren Rabbinen2 3) gelernt haben, die Überlieferung bis auf Moses zurückzuführen. Und wenn Spinoza über Maimonides schreibt: »Der erste unter den Pharisäern, der offen festgestellt hat . . und dann hinzufügt: »Obgleich dieser Schriftsteller großes Ansehen unter ihnen hatte«8), so folgt daraus nicht, wie Kirchmann meint, daß Spinoza unter Pharisäer nur die Rabbiner verstanden haben kann. Denn Maimonides stand nicht unter den Rabbinen allein, sondern unter den Juden in großem Ansehen. Ginsberg4 *), meint, daß die Pharisäer bei Spinoza, »unter welchen offenbar wenigstens für die Zeit der Kanonsammlung nur die Vertreter der Fortbildung J) Tr. XVII 3q : seriem annorum . .., quam Pharisaei acceperunt a suis Rabbinis, qua hanc traditionem ad Mosen usque proferunt. Daß Pharisaei hier nicht die alten Pharisäer bedeutet, geht aus dem Zusammenhange deutlich hervor. 2) Gebhardt, Briefwechsel Spinozas, 1914, S. 365 meint, daß Spinoza unter den Rabbinen die Lehrer des Talmud verstehe. Das ist zweideutig ausgedrückt. Meint er die im Talmud genannten Lehrer oder die späteren Lehrer, die im Talmud unterrichteten? Wahrscheinlich ersteres. Aber diese Annahme ist unrichtig. Spinoza versteht unter Rabbini a) die im Talmud genannten Gesetzeslehrer, so Tr. II, 20 und 49; IX, 46; X, 5, 8, und 16; b) die nachtalmudischen Rabbiner, so IX, 28: Rabbini namque plane delirant, wo von manchen Erdichtungen jüdischer Schriftsteller die Rede ist, die sich Mühe geben, die Wider- Sprüche der Bibel, so namentlich auch die zwischen den Eiichern der KÖn. und der Chronik auszugleichen, wobei Spinoza höchstwahrscheinlich an das 1632—51 in Amsterdam erschienene vierbändige Werk Conciliador von Menassch Ben Israel gedacht hat; ferner Adnotatio ad IX, 17 R. Levi b. Gerson; XV, 12 R. Jehuda Alpakhar. Sowohl die talmudisehen als auch die nachtalmudischen Rabbiner sind gemeint VII, 39; Adnotatio ad X, 43 und Adnotatio ad XVII, 55 (dreimal). 3) Tr. XV, 4, Primus, qui inter Pharisaeos aperte statuit, . . . fuit Maimonides ... et quamvis hic author magnae inter eos fuerit authoritatis . . . 4) Ginsberg, Der Theol.-polit. Tr. Spinoza’s 1877, Einleitung-5. 30. 11*

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