Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geographie Palästinas in der Zeit der Mischna
Date
1917-01-01
Page
Seite 144 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829881-2829884-2893976--42642-2894058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

144 Zur Geopraphie Palästinas in der Zeit der Mischna. unsere Annahme, daß die Begründer des ostjordanischen Rekem Leute aus dem Lande der Edomiter waren, ferklärt sich auch, warum die Bewohner dieser Stadt als Froselyten bezeichnet werden. Sie waren nämlich Nachkommen jener Edomiter, die durch Jochanan Hyrkan besiegt, zur Annahme der jüdischen Religion gezwungen wurden1). 7. אדום in Judäa. Nach der Zerstörung des ersten Tempels (538) drangen die Idumäer aus ihren Wohnsitzen südlich von Palästina in judäa ein und besetzten die Gegend bis etwa Chebrön. Einzelne Haufen gelangten aber noch weiter, ja sogar in die Gegend nördlieh von Jerusalem2). Dies hat schon Ewald aus den beiden Namen: Eduma (Ed-Döme) und ‘Akrabbim (heute *Akrabe) im Nordosten Judäas richtig gefolgert3). Nicht nur Eduma, das aus Eusebius bekannt ist4), sondern auch Akrabbim, das in der Mischna als nördlicher Grenzpunkt des Gebietes von Jerusalem (eine Tagreise davon entfernt) genannt wird5), weist deutlich auf edomitischen Ursprung. Der »Aufstieg von ‘Akrabbim« מעלה עקרבים Num. 344, jos. 153) war einst die Grenze zwischen Juda und Edom (im Süden des heiligen Landes). Die im Norden Judäas eingewanderten Idumäer hatten nun ihren Neugründungen die heimatlichen Namen gegeben. Diese, sehr ansprechende Vermutung eines Forschers der 1) Die richtige Identifizierung des mischnischen רקם ist schon in Saphir’s הארץ Nr. 1639 angedeutef. Wenn ich mich nicht ine, so habe ich seinerzeit (1910) dem inzwischen verstorbenen Verfasser meine Vermutung, die hier näher begründet wurde, mitgeteilt. 2) Vgl. Hölscher, Palästina in der persischen und hellenistischen Zeit, S. 50. 3) Geschichte IV, S, 106. 4) Onom.8ö94f.: K(bju,rj in der Landschaft Akrabattine; vgl. Hieronymus comm. in Obadja: . . nunc viculus in Palaestina (s. Loca sancta 58). 5) Maasser sehen! V 2 (Var. עקרבה).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.