Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geographie Palästinas in der Zeit der Mischna
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829881-2829884-2893976--42632-2894048- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
134 Zur Geographie Palästinas in der Zeit der Mischna. 4. Tos. ‘Aräkin 11,8 (5443a/33): ד׳ יהודה אומר אף המקדיש בפרדסות ידחו ובחולית של יבנוה נותן המשים סלע לבית כור. Es ist klar, daß im Satze R. Jehuda’s die Stelle von Sebaste, das gleichfalls wegen seiner prächtigen Gärten berühmte J er ich ö, die von המחוז aber die »Sandgegend von Jab ne« vertritt. Die Sandgegend von המחוז dürfen wir also in der, an der Küste gelegenen Umgebung von Jab ne vermuten. Warum wurde nun gerade die Umgebung dieser Stadt המחוז »der Bezirk« nar' £§0%i]v genannt? — Eine Stelle des Josephus gibt uns hierauf die Antwort. Anläßlich seines Berichtes über die Einteilung Judäas in elf Toparchien bemerkt dieser, daß Jamnia (d. i. jabne) und Joppe (jäfö) nicht in diese Einteilung miteinbegriffen wurden; sie waren vielmehr selbständige Kreisstädte1). Der zu Jamnia gehörende »Bezirk« wird nun in den obigen Halachas als המחוז bezeichnet Aus diesem Bezirke stammten drei Gelehrte der tannai- ־tischen־־Zeit: R.Jose 2המחוזי) oder 3המהומי), R. Simon 4המחוזי) und R. Johanan המחוזי oder 5 (המבוסי;המכותיס המכוסי). Auffällig muß uns. ־die;so variierende Schreibung des Namens ihrer Heimat erscheinen. Sie ist kaum anders zu erklären, als daß wir in den talmudischen Texten die mit bewundernswerter Genauigkeit wiedergegebene Aussprache des Namens in dem Dialekte der zumeist •von•Nichtjuden bewohnten Gegend6) vor uns haben7). — Daß aber unsere Annahme keine bloße, wenn auch auf sichere Indicien begründete Vermutung ist, das zeigt uns die Tatsache, daß noch ר י Bj. III, 35• 2) Mechilta 29 b. 3) Mech. d. R. Simon b. J. 4835, 4) b. Sukka 45 b. 5) Ebenda, s. die Varianten bei Rabbinowicz und Biichler, Der :galiläische ‘Am ha’arez, S. 334, Anm. 4. 6) Gerade weil die Bewohner der Gegend von Jamnia und Joppe zumeist Nichtjuden waren, wurde sie nicht zu Judäa gerechnet. 7) Ähnliches s. bei der Wiedergabe des schon aus der Bibel bekannten Stadtnamens Kesib, der gewöhnlich בזיב, aber in der Mischna 4es Jeruschalmi Sebicii VI 1 מיב geschrieben ist.