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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Die Vortragszeichen der Samaritaner
Date
1917-01-01
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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Die Vortragszeichen der Samaritaner. 119 Das Annachü-Motiv steigt chromatisch oder richtiger tirareartig (übertriebenes Fortarnento) eine Quarte, das Arkenu-Motiv in derselben Weise zwei Quarten. . Ihre Tonalität ist in :strengem musikalischem Sinne vollständig undiatonisch, auch im Vergleich mit der arabischen Tonalität. Ihre Gesänge sind von den jüdisch^orientalischen und mohammedanischeu Gesängen grundverschieden. Sie klingen uns wild und machen einen höchst schauerlichen Eindruck. Bei näherer Betrachtung wird es jedem einleuchten, daß die Vortragszeichen der Samaritaner einerseits mit unserem Tropp, andererseits mit den Lektionszeichen anderer Kulte, namentlich der Griechen, große Ähnlichkeit haben, worauf schon die Zahl 10 hindeutet1). Bei den Samaritanern haben manche Zeichen Änderungen erfahren, sowohl in der Figur als auch in der Bedeutung. Annachu ist der griechischen separatio gleich — beide bedeuten Unterbrechung, Pause — und findet sich im hebräischen atnach wieder 2). Arkenu gleicht im wesentlichen dem Gravis. Beide bedeuten ein Herabsinken der Tonreihe, und zwar beim Schluß, und finden sich im hebräischen Sof-pasuk ebenfalls3). Sa‘ika ist dem Akut x) Vgl. Fleischer, Neumen-Studien 1, S. 68; F. Wagner, Neumen- Studien, 2. Aufl., S. 1g. 2) Ferner scheint das »nun hafucha« in Numeri X 35 nichts anderes als separatio zu sein. Vgl. Sabbat!16»: פרשה זו עשה לה הקב״ה סימניות מלמעלה ומלמטה,, מאי טעמא, אמר רבי, מפני שספר חשוב בפני עצמו הוא.• 3) In der hebr, Akzentuation ist der Doppelpunkt sof pasuk lediglich Trennungszeichen, welches uralt und in den Keilschriften bereits vorhanden ist, dagegen ist der senkrechte Strich eine spätere Zutat und von den Tiberianern eingeführt. Er ist in der babylon. Punktation nicht vorhanden und hat tonischen Wert. Hinsichtlich der hebr. Akzentuation der כ״א ספרים sei bemerkt, daß die Akzente sof pasuk (strich), atnach und kadma rep. nagda wohl am ältesten sind und sowohl Trennungszeichen als auch tonischen Wert haben, wie dieselben drei Zeichen auch bei den Indern (udatha, anudatha und svaritha) und bei den alten Griechen (in akut, cirkumflex

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