Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Vortragszeichen der Samaritaner
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
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118 Die Vortragszeichen der Samaritaner. DieZeichenEnged und Afsak sowieAnnachu dienen gleichzeitig als Lektionszeichen im Pentateuch, wo sie nach einer bestimmten Rezitationsweise gesungen werden1). Der Schluß eines jeden Abschnittes erhält einSchlußmötiv, durch annachu bezeichnet Mitunter tritt-anstatt des annachu der arkenu oder letzterer wird dem ersteren angehängt. Das Annachu-Motiv steigt eine Quart, 4as Arkenu-Motiv zwei Quarten! aufwärts, wobei annachu piano, arkenu piariissimo ausgeführt wird‘2 3). Sind die angeführten vier Zeichen für den gewöhnlichen Pentateuchvortrag bestimmt, so dienen die anderen sechs Zeichen zur Betonung besonderer wichtiger Stellen oder Sätze im Pentäteuch, sogar als Bezeichnung besonderer Vortrags- und Gesangsarten. So bezeichnet sejäla und seMka so viel wie marcanto, d. h. besonders betont, markiert. Die beiden Zeichen haben eine und dieselbe Vortrags- und Singweise, deren Schluß durch ein Herabsinken einer kleinen Terz gekennzeichnet wird5). Ebenso ähnlich sind die Motive des ätmahu und ba‘u, beide sind Gebetsweisen und haben einen Mollcharakter. Sa‘if ist die Vortragsweise für diejenigen Stellen im P., wo von den Freveltaten und Leiden Israels erzählt wird4). Diese Vortragsweise ist ganz eigentümlich, indem der Schlußton eines jeden Satzes ungeheuer forciert und heraufgezogen wird bis zu einer Oktave, gesteigert zu einem unheimlichen Geschrei. Turu bedeutet der gewöhnliche Unterrichtston, wird aber mitunter ebenfalls furchtbar forciert. Ihre Gesänge bewegen sich in der Quarte c־f. Die gewöhniiche Tonreihe ist monoton, Sekunden- und Terzenschritte. Die Vorbereitung des Satzschlusses charakterisiert ein Quintensprung «c—g, wobei g unrein und eher Sprechton ist. Nachher tritt eine Senkung der Tonreihe ein, die kleine Terz c—A abwärts und schließtauf dem Grundton mit einem eigentümlichen Tremolo. 1) VgL die folgenden Noten-Beispiele Nr. 1 ®־ b. 2) Vgl. Noten-Bs. Nr. 2. 3) Vgl. Noten-Bs. Nr. 3. ף Vgl. Noten-Bs. Nr. 6.