Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 106

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
Date
1917-01-01
Page
Seite 106 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829881-2829884-2893973--42601-2894020
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

106 Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zunz. wo dann auch gleich die Trauung vollzogen wurde. Meine Eltern und Dr Salomon mit seiner Frau waren unsere Schemelführet. Dr. Kley hatte die Trauung und hielt uns eine sehr erbauliche Rede, zugegen war außer Hänchen1), die mich angekleidet hatte und den ganzen Tag bei mir war, Niemand, ausgenommen die sogenannte מנין Minjon, nach der Trauung fuhren die Gäste wieder nach Hause; des Abends nahmen meine Eltern, Kley’s und Salomon ein einfaches Abendbrot bei uns ein, und damit hatte der Tag ein Ende, den ich mit der göttliehen Hilfe bis an mein Ende segnen werde. Wir wohnen sehr billig und recht hübsch [Eck Wall המכונה Alte Wall-Straße No. 14]2) und bequem, wir haben 4 Zimmer nnd eine Küche. Nächstens, meine gute Ädelheit, erzähle ich Dir mehr von meiner häuslichen Einrichtung, da ich es weiß, daß es Dich interessiert. Ich habe Dir noch meinen herzlichen Dank für Deine schöne Tasse zu sagen. Du hattest mich sehr damit erfreut, sie wird mir immer ein theures Andenken von Dir seyn; sie steht auf meinem Cylinder mit noch anderen Tassen. Auch ich hatte den Wunsch, Dich zu Deinem vorigen Geburtstage mit einem Angebinde zu überraschen und zu diesem Behufe hatte ich eine Handarbeit angefangen, worin mich aber meine Krankheit ans Vollenden hinderte. Ich schicke Dir nun ad interim eine Fileehaube, die ich Dich bitte als einen kleinen Beweis meiner Freundschaft anzunehmen. Nun lebe wohl, meine liebe gute Ädelheit, erfreue mich recht bald mit einem recht ausführlichen Schreiben, darum bittet Dich Deine Dich liebende Lisette Mannheimer. Ich muß3) Sie bitten, mich und meine liebe Frau unsern Gans, — Moser4) und Rubo5) bestens und innigst zu empfehlen. ג) Die Frau des Dr. Kley, die Tochter Is. Seckei Frankels in Hamburg. 3) Diese Worte hat Mannheimer eingetragen. 3) Diese Nachschrift ist später auf dem Blatt, auf dem die Frau geschrieben hat, hinzugefügt. 4) Vgl Karpeles, Heinrich Heine, aus seinem Leben und seiner Zeit, S. 66 ff. Steinschneider C. B. 6412. 5) Vgl. Steinschneider C. B. 6852. A. H, Heymann, Lebenserinnerungen, S. 240. 284. 314. 322 f.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.