Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zunz. lOöf 6• ■ Mannheimer an Zunz. Hamburg, den 18. Dec. 1824. [Zunz notiert:] erhalten 21• Dec. 24. beantw. 15. Jan. 24. Es muß Dir *) ein Beweis sein, meine theure, geliebte Adelheit, wie sehr ich von Deiner Liebe und Freundschaft für mich überzeugt bin, da ich nach einem so langen Stillschweigen es dennoch wage, Dir zu schreiben. Warum ich so lange . geschwiegen habe, meine Gute, das läßt sich weder entschuldigen noch verurtheilen, ich schwieg, weil ich Dir nichts Gutes zu sagen hatte; ich war den letzten Winter und den größten Theil des Sommers krank, sehr krank an Seele und Körper, und es würde Dich und mich verstimmen, wenn ich mich ins Detail einlassen wollte, und ich eile daher zu einem froheren Gegenstände. Daß ich jetzt am Ziele meiner Wünsche bin, das wirst Du erfahren haben, meine gute Adelheit. Gebe. Gott!, ich könnte sagen, im Hafen der Ruhe, selbst dies kann ich so weit wir als Menschen voraus sehen können, gewissermaßen sagen, denn ich habe so sehr viel Ursache, mich in meiner häuslichen Lage glücklich zu fühlen, und ich hoffe, daß, was mir auch trübes und herbes von außen zustoßen mag, dennoch innere Zufriedenheit mir das Gleichgewicht erhalten wird. Ich kann es Dich versichern, daß ich in meinem ganzen Leben noch nicht so froh war, als ich es jetzt bin; mein guter Mannheimer ist auch sehr vergnügt, und diese beiderseitige Zufriedenheit kann uns nur noch froher stimmen. Unsere Hochzeit, meine gute Adelheit, war vor drei Wochen, ich habe Deiner an dem Tage und seitdem oft gedacht, ich hoffte noch immer einige Worte von Dir zu erhalten, ich bin überzeugt, daß, wenn ich auch keinen schriftliehen Glückwunsch von Dir erhalten habe, Du mir dennoch, im Herzen gewiß recht viel gutes wünschst. Unsere Hochzeit* wurde so einfach als möglich gefeiert, für eine jüdische wohl die erste in ihrer Art. Des Vormittags besuchten mich viele, meiner Freunde, um zwei Uhr fuhren wir nach unserer Wohnung, J) Zunächst schreibt Frau Lisette M. aii Frau Adelheid Z. Monatsschrift, 61. Jahrgang. 8׳