Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 16)
- Language
- German
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104 Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer w. Leopold Zunz. hier in Koppenhagen meine Absichten ausführen zu können, nicht geopfert. Doch in Allem waltet die göttliche Fügung, und am deutlichsten zeigt sie sich in der Leitung des menschlichen Lebenswandels: volentem ducit, nolentem trahit. Und somit gebe nur Gott seinen Segen, dann glaube ich mit dem erhaltenen Theile recht gut mich befriedigt fühlen zu können. Da sehen Sie, habe ich wieder einmal mich expectorirt, und wie es mir beim Briefschreiben immer geht, statt Facta Reflexionen gegeben. Nun dieses Mal können Sie immer schon zufrieden sein, ich erwachte eben zur Rechten Zeit, die Andern kommen so kurz nicht davon, die müssen mitunter ganze Predigten mit anhören; das wird nun aber Alles, so Gott will, ganz anders werden; wenn ich erst ins freundschaftliche vertraute Leben, das mir so Noth thut, wieder hineinkomme1). — Hier lebte ich ganz isoliert, und wollte ich mich einmal über meine Gesinnung und Lage recht aussprechen, um mir das beschwerte Herz zu erleichtern, so mußte ich Briefe schreiben. Daher jene langen Litaneien, mit denen ich den Postkarren belud. — ׳ > Nun genug für heute. — Was ich noch besonders mir auszubitten habe, ist, daß Sie mich Ihrer Frau sehr empfehlen, und mir einen guten Empfang bei Ihr vorbereiten. Nach Allem, was mir Lisette so gar oft von ihr geschrieben hat, bin ich auf diese interessante Bekanntschaft sehr gespannt. Nun leben Sie bis dahin beide recht wohl und denken Sie mit Wohlwollen und Liebe an Ihren ergebenen Mannheimer Diesen Brief hat Zunz offenbar nicht beantwortet, weil Mannheimer kurz darauf nach Berlin übersiedelte. Als sich dann die Anstellung in Berlin zerschlug, zog Mannheimer nach Hamburg und lebte dort als Privatmann2)) bis er sein Amt in Wien übernahm. Von Hamburg schrieb er an Zunz: ב) Über Mannheimers Erlebnisse in Berlin vgl. Rosenmann a. a. O, S. 12. 2) Wolf a. a. O. S. 16 f.