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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 6 · p. Seite 475

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1916-01-01
Page
Seite 475 (sequence 8)
Language
German
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Besprechungen. 475 form des רהיט oder דרמוש ÖQÖjuog bei den Syrern schon im vierten Jahrhundert vorfanden. Barhebräus berichtet, daß Baläus (370—43!) eine große Anzahl von Lobgesängen auf Versikel aus dem Psalter gebaut, auf die erste Hälfte des Psalmverses folgte die erste Strophe,, auf die andere Hälfte die zweite (Vgl. Bickl, ausgew. Gedichte, Kempten 1872, S. 68 und 104 und meine Juden in Babylonien II, 192), ganz wie die Jozeroth im Morgengebete der Peßachfesttage, eine andere dieser Form ähnliche in den Mußaf-Jozeroth der Sabbate, Schekalim und ha-Chodesch und im Morgengebete am Purim. Daß diese Kunstformen erst in späterer Zeit angewendet wurden, findet, wenn wir nicht mit Geiger annehmen, daß uns viele religiöse Lieder abhanden gekommen seien, in der Abneigung der Juden gegen die syrische Sprache (Vgl. Juden in Babylon. II, das.) seine Erklärung. Wir haben zunächst an den Einfluß der Schulen Edessas zu denken, welche ich mit dem im Talmud erwähnten שוירי מתא דעל רכים נהרא (B. m. 18 a רכים ist Skirtus-Daisan vielleicht auch שור) identifiziert habe (Juden in Bab. II, 148). Die Stadt Edessa hatte syrische, armenische, persische Schulen, in welchen Elementarunterricht und allgemeine Bildung auch für Nichtchristen erteilt wurde (Vgl. die Akten des Latrodnium Ephesinum, S. 12). Die Schule von Edessa wird auch in der alten Biographie Ephräms erwähnt. (Bickell, Conspectus rei Syrorum literariae 27). Wir neigen darum auch der Ansicht Cassels in Frankels Zeitschr. f. d. rel. Int. d. Juden IV, 224 und Perles OLZ. 1907, 543 zu, die die Heimat Eleasar ha-Kalir’s in dieser Stadt suchen, welche im byzantinischen Zeitalter stets als die Stadt Ka^Xi^QO'i] bezeichnet wird. Daß diese Stadt als קרית ספר bezeichnet zu werden verdient, gibt auch E. zu. »In jener Stadt sind seit uralten Zeiten auf göttlichen Antrieb Schulen der syrischen Sprache zum Besten der benachbarten Gegenden errichtet worden«, lautet eine Stelle in der Biographie Alexanders, des Akömeten (st. 430). Und wenn E. (314) bemerkt, »daß von einer wichtigen Niederlassung der Juden in Edessa nichts bekannt ist«, so gestatte ich mir auf eine Stelle in meinen »Juden in Babylonien« II, 1483 zu verweisen. Ich habe das. nachgewiesen, daß Edessa schon in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts von Juden bewohnt war. Der Bischof Rabulas (st. 435) hat auf Befehl des Kaisers eine Synagoge in eine Kirche umgewandelt, wie die Chronik von Edessa berichtet. Nach dem Berichte eines Edesseners aus dieser Zeit sollen auch die Juden den Tod des erwähnten Bischofs beklagt haben. (Vgl. Bickell,

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