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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 6 · p. Seite 473

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1916-01-01
Page
Seite 473 (sequence 6)
Language
German
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Besprechungen. 473 Würzburg, S. 12). Dieses Motiv liegt wohl auch dem התעטף בטליתו כשליח צבור zu Grunde, welche Sitte (vgl. Mt. 23, 5 #gä0jreöce) wohl allgemein üblich war und sich nicht auf den Vorbeter allein oder auf die Gelehrten beschränkte, wie E. S. 500 annimmt. Auch ist die Amtstracht der Rabbiner kaum damit in Verbindung zu bringen, wie dies E. will. Auch die im jer. Talmud erwähnte Sitte, sich nach dem Gebete niederzusetzen: 'זה שהוא עומד ומתפלל צריך לישב ב׳ ישיבות א עד שלא יתפלל ואתד משיתפלל אך צדיקים יודו לשמך (jer. Ber. v, S. 8d) scheint allgemein verbreitet gewesen zu sein und wurde als Grund dieser Sitte bei den Römern angegeben, »damit eine Pause sei zwischen dem Heiligen und den gewöhnlichen Geschäften des Lebens« (E. v. Lasaulx, a. a. O. S. 12). Im Talmud wird die Lehre im Namen des R. Josua b. Levi gelehrt und wird hinzugefügt, daß die Altfrommen eine Stunde vor und eine Stunde nach dem Gebete sitzend (שוהין) verweilt. Es wäre interessant, der Verbreitung dieser Sitten nachzugehen, und könnte das Kapitel über die Haltung der Gemeinde beim Gebet wie überhaupt der dritte Teil des Werkes bei einer Neuauflage ergänzt und durch die Vergleichung mit den Sitten der alten Völker erweitert werden. Schließlich sei noch auf eine Lücke in dem schönen Werke die Aufmerksamkeit des Verfassers gelenkt, auf die Beziehungen der synagogalen Poesie zur syrischen Literatur, weiche bisher nicht genügend gewürdigt worden sind. Der Autor scheint ihnen nicht die hohe Bedeutung zuerkannt zu haben, die ihnen zukommi E. bringt die übereinstimmenden Berichte Jehuda b. Barsilais aus Barzelona und Samuel Ibn Abun’s aus Fes, daß die Einrichtung, die Vor־ Schriften für die Feste und die religiösen Gesetze den Ungelehrten im Rahmen der Tefilla in Hymnen und gereimten Poesien vorzuführen, in einer Zeit der Religionsnot getroffen wurden, und zwar nach dem ausdrücklichen Berichte des letzteren unter der Herrschaft der Perser in Babylonien. »Als aber die Juden sahen«, berichtet dieser in seiner polemischen Schrift »Jfham al-jahu«, daß »es den Persern mit dem Verbote des Gottesdienstes ernst sei, machten sie Gebete, in welche sie Stücke des gewöhnlichen Gebetes hineinschoben und nannten sie al-hizäna (חונות).« E. bemerkt mit Recht, daß beide aus älteren babylonischen Quellen geschöpft und denkt an die Zeit von 450 bis 589. Berücksichtigt man den Bericht des letzteren, daß die jüdischen Lehrer erschlagen, ihre Bücher verbrannt und sie selbst an der Erfüllung ihrer

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