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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 6 · p. Seite 464

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 6
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
Date
1916-01-01
Page
Seite 464 (sequence 12)
Language
German
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464 Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. hatte1). Auf diesen Vertrag hin erhielten die Brüder plötzlich die Vorladung vor das Judentribunal in Jaroslau. Sofort ließen sie durch den Syndikus der Krakauer Judengemeinde David Jakers beim Schloß-Gericht in Krakau einen Protest eintragen2), mußten aber doch nach Jaroslau fahren, um hier Rede und Antwort zu stehen. Was in Jaroslau beim Reichstag geschehen ist, erfahren wir aus der einseitigen Protestnote des Adeligen Johann Jakob von Szydolwski gegen die ungläubigen Delegierten aus ganz Polen und besonders gegen den Obmann des Tribunals, den Rabbiner von Lemberg, wie auch gegen den Sohn des Rabbiners von Jaroslau wegen des an ihm versuchten Mordes. Josua — denn das ist eben unser Herr von Szydlowski ex perfida judaica ad sanctam fidem catolicam conversus — wollte, wie er uns erzählt, mit den Rabbinern und Delegierten über die Dogmen der katholischen Religion disputieren, da er, als er in der Fremde herumsfreifte, sich bereits im Herzen zum Christentum bekannt hätte. Man wollte ihn aber nicht anhören und ihm auch im Streite wegen der Erbschaft nicht zu seinem Rechte verhelfen. Die Rabbiner und Delegierten übergaben ihn vielmehr dem Bürgermeister von Jaroslau, und dieser verwies ihn aus der Stadt und schickte ihm noch einige rohe Gesellen nach, die ihn totschlagen wollten. Durch ein Wunder entkam er dem Verderben, indem er ins Jesuitenkolleg floh, wo er sich wirklich taufen ließ. Er wurde geadelt und erhielt nach der Stadt, in der er Rabbiner gewesen war, den Namen Szydlowski«3). Es ist schwierig auf Grund dieses einen Berichtes die Wahrheit zu ergründen. Das eine scheint aber wahrscheinlich zu sein, daß Josua aus Haß gegen die Brüder, oder aus Angst vor ihrer Verfolgung sich in die Arme der Kirche warf und von nun an die Geistlichkeit in seinem Streite zu Hilfe nahm. Auf Grund der Bulle des Papstes Paul III, publiziert durch Klemens XI im Jahre 1704, durfte er keines Falls sein väterliches oder mütterliches Erbe einbüßen, und כלילת יופו ף n s.31, Anm. 2) Vgl. Anm. 60. 3) Rel. castr. 164, S. 3090. 12.

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