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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 6 · p. Seite 463

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 6
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
Date
1916-01-01
Page
Seite 463 (sequence 11)
Language
German
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Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. 463 und der Gemeindesenioren abgefaßt worden, auch habe Josua mit den Brüdern einen Vertrag geschlossen und einen Sichersteliungs-Wechsel auf 7000 Fl. hinterlegt1). Er sei aber von jeher ein Gewaltmensch gewesen und dabei geldgierig sondergleichen. Kaum hätte die Mutter die Augen geschlossen, als er ihr eine goldene Kette im Werte von 80 Dukaten vom Halse riß und versteckte Pretiosen aus ihren Unterkleidern herausholte. Nach einem Wortstreit habe er den Kläger David Schmelka mit einem Messer töten wollen, und dieser verdanke sein Leben nur der Hilfe seines Schammes Joseph, Sohn Lasars, aus Pinczöw, der selber einige Stichwunden davongetragen hat2). Der Streit der beiden Rabbiner nahm große Dimensionen an, die übrigen Brüder standen auf Seiten des Krakauer Rabbiners. Josua verließ Szydlöw, trieb sich in der Welt herum und erschien endlich im Jahre 1739 bei dem großen Judentag וועד ד' ארצות in Jarosiau. Hier wollte er seinen Streit mit den Brüdern austragen, da nur das Reichsjudengericht als die unparteiische und kompetente Behörde für derartige Prozesse anzusehen sei. In der Heimat nahm man aber an, daß er, nachdem er Szydlöw verlassen hatte, unterwegs gestorben sei; vielleicht war er so plötzlich aus seinem Heimatsort verschwunden, daß man irgend einen gewaltsamen Tod unterstellte. Genug, man hielt ihn für tot und ließ seine Kinder in seine Rechte eintreten. Am 1. Adar 1739 erschienen vor dem Rabbinatsgericht in Krakau die Rabbiner: Isaak aus Tarnöw, Joseph aus Pinczöw, Samuel aus Staszöw, Markus aus Opatöw im eigenen Namen und dieser auch im Namen seiner Brudersöhne: Chashim, der sein Schwiegersohn geworden war, und Isaak, der Söhne des seligen Rabbiners von Szydlöw Josua (הגאון מו״ה יהושיע וצ"ל) und verkauften ihrem Bruder, dem Rabbiner von Krakau David Schmelka, ihren Anteil am väterlichen Hause. Es ist eben dies Haus, welches Jehuda Loeb im J. 1714 von Zacharias Mendel gekauft x) a. a. O., S. 2851. 2) a. a. O., S. 3088.

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