Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 10)
- Language
- German
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462 Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. Staszöw, David Schmelka Rabbiner in Chmieinik und nachher in Pinczöw, und endlich, nach dem Tode des Vaters, Rabbiner in Krakau. Der fünfte Sohn Jehuda Loebs, Joseph erhielt das Rabbinat in Pinczöw, nachdem sein Bruder nach Krakau berufen worden war1). Wie es scheint, war Josua, der Rabbiner von Szydtöw, des Vaters Stolz und Zierde. Ihm übergab er seine eigene Stelle und Unterzeichnete mit ihm zusammen verschiedene Approbationen zeitgenössischer Drucke, wie das S. Panim Meiroth zum Traktat Sebachim, (Amsterdam 1714), usw2). Josua führte auch unter den Brüdern das große Wort, und diese sprechen von ihm in ihren Briefen stets mit der allergrößten Achtung. Alles das änderte sich mit dem Tode des Vaters im Jahre 1731. Das krakauer Rabbinat erhielt nicht — wie vorauszusehen war — Josua, sondern sein jüngerer Bruder, David Schmelka, bisher Rabbiner in Pinczöw, dem im Rabbinat dortselbst sein Bruder Joseph ,folgte. Fühlte sich Josua dadurch gekränkt, oder war es wirklich die Erbschaft seiner inswischen verstorbenen Mutter, die ihn außer Fassung brachte? Denn von der Zeit an beginnt der Streit zwischen Josua und David Schmelka. Im Gericht zu Neu-Korczyn (Nowe Miaste Korczyn) klagte Josua schon im Jahre 1730, daß David Schmelka das Testament ihrer Mutter gefälscht und von der Eigentümerin der Stadt Chmieinik, Frau von Pozarowska, wo er damals Rabbiner war, die gefälschte Urkunde hätte bestätigen lassen. Es kam zwischen den Brüdern zu Zank und Hader, sogar zu einer Schlägerei. Denn Josua ließ im Jahre 1734 vom Schloßgericht zu Sandomierz einen Tatbestand aufnehmen und zeigte dabei die Wunden, die ihm David Schmelka zugefügt haben sollte3). Dagegen protestierte David Schmelka beim Schloßgericht zu Krakau (1735) und behauptete, das Testament der Mutter sei in Chmieinik ganz rite in Anwesenheit aller Brüder כלילת יופי ף II, s. 29 b ff laut rel. castr. 164, S. 3088 war Markus Rabbiner in Opatow und Samuel Rabbiner in Staszöw. 2) Rel. castr. 164 (695), S. 3088. 3) Rel. castr, 164, S. 2821.