Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 6 · p. Seite 461

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 6
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
Date
1916-01-01
Page
Seite 461 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829873-2829880-2893869--42453-2893942
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Joseph Jonas Theomim-Frankel, Rabbiner in Krakau. 461 Taxen der Färber, Schmuckler, Lichtzieher, Mützenmacher, Fleischer etc. verpachtet1). Alljährlich erfand man neue Steuern, sie reichten aber alle nicht hin, um die gewaltigen Bedürfnisse, die durch die schlechte Verwaltung, ja oft durch einfache Veruntreuung so stark anwuchsen, zu decken; und schon am 27. Juli 1736 erhielten die Juden einen weiteren Schutzbrief vom Könige, in welchem er ihnen, mit Rücksicht auf ihre prekäre Lage, erlaubte, die durch die Kommission anno 171g—22 bestimmte Summe (3—5$) in den nächsten 3 Jahren auf die Hälfte zu reducieren2). V. Das war die Zeit, in welche die Amtsdauer des neugewählten Rabbiners Jehuda Loeb aus Szydlöw fiel (1713—1731). Es ist leicht zu begreifen, daß unter solchen Umständen der Rabbiner nicht auf Rosen gebettet war, besonders da in der Gemeinde stets Zank und Hader herrschten und alle Parteien von ihm Unterstützung verlangten. Jehuda Loeb war — wie wir gesehen — ein naher Verwandter Mendels und gehörte der Familie der R schach רש,'ך an. Kein Wunder , daß alle Feinde dieser Familie — und an diesen mangelte es nicht — auch seine Feinde waren. Er hat wahrscheinlich nach dem Fall Kantorowiczs manche bittere Stunde verlebt Er war aber von Hause aus an diese Verhältnisse gewöhnt War er doch früher Rabbiner in der nicht wenig verschuldeten Gemeinde Szydlöw gewesen. Wie alle Rabbiner jener Zeit, besonders wie die einflußreicheren, bestrebte er sich seinen Söhnen gute Rabbinerposten oder Gemeindevorsteher-Ämter zu sichern. Zu dem Behuf mußte er ihnen zü reichen Schwiegervätern verhelfen. Das glückte ihm. Denn er verschaffte seinem ältesten Sohne: Josua das Rabbinat in seiner Heimatstadt Szydlöw. Sein Sohn Isaak wurde Rabbiner in Tarnow, Markus Vorsteher in Qpatow, Samuel Vorsteher in 2) AIGK. aus dem Kommissionsdekret aus den Jahren 1741—2. 2) AIGK.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.