Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829873-2829879-2893775--42385-2893861- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
398 Besprechungen. Wesen ausspricht, gemeint ist, ähnlich dem, was man sonst mit כבד ראש bezeichnet. Es wäre also etwa מכובד zu setzen. Auch der Ausdruck ועצמתו כבירה im Sinn von Festigkeit im Entschluß für das arabische ותיק עדמה, S.363, g ist, trotz des Gleichklanges des hebräischen und arabischen Wortes, nicht richtig gewählt. Besser entspricht: זריז במעשיוג>. — s. 51. Betreffs der an sich, was das Philologische angeht, richtigen Ausführungen über die Bedeutung des arabischen תנפל, dem das התנפל des 1. T. nicht entspricht, sei nur bemerkt, daß Yahudas Ansicht, »die Praxis, sich zum Gebet hinzustrecken, sei wohl mohammedanisch, aber nicht mehr jüdisch«, den Tatsachen nicht entspricht, da noch Maimonides und sein Sohn Abraham von פישוט ידי□ ורגלים sprechen. — S. 51 1. Z. zu J. 443, Z. 8 v. u. S. 452, 8. Das arabische 3) תחליg0,10) ist von Y. nicht richtig durch מתנצל wiedergegeben, das eine ganz andere Bedeutung hat, nämlich »sich entschuldigen«; es muß vielmehr im Sinne von »sich in die Einsamkeit zurückzuziehen« mit התבודד übersetzt werden. Ein sehr ausführlicher Abschnitt der Einleitung ist, wie bereits erwähnt, den islamischen Quellen von Bachfas Werk gewidmet, wobei zuerst S. 53—56 allgemeine Gesichtspunkte der Berührungen zwischen der jüdischen und islamischen Theologie und Rechtswissenschaft aufgezählt sind. Zu erwähnen wäre noch, daß auch die äußere Anlage von derartigen Werken bei den Juden gänzlich von der des Islam beeinflußt erscheint, wie wir es beispielsweise bei dem כתאב ם, הירושות אלמוארוז Saadjas sehen (vgl, hierzu meine Beiträge zur Geschichte und Literatur im geonäischen Zeitalter, S. 122, Anm. 1). Yahuda stellt weiterhin alle Quellen zusammen, aus denen Bachja mehr oder weniger geschöpft hat, wobei besonders Gazzäli zu nennen ist, mit dessen al-Hikma fi mahluqät-alläh die »Herzenspflichten« viele innige Berührungspunkte aufweisen, während die noch von Kaufmann behauptete Abhängigkeit des Autors voll den »Lauteren Brüdern« sich nicht mehr aufrecht erhalten läßt. Es ist erklärlich, daß Bachja, der ganz und gar im arabisch-islamitischen Kulturzentrum wurzelt, sehr viel die bis auf Muhammed zurückgehende Traditionsliteratur (Hadit) benutzt, die aber auch wiederum stark von jüdischen Elementen beeinflußt ist. Auch aus den Evangelien stammende Aussprüche, die Bachja 1J Bemerkt sei noch, daß in Neuhebr. für einen tüchtigen und scharfsinnigen Schüler der Ausdruck תלמיד ותיק gebraucht wird.