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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 5 · p. Seite 383

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 5
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
Date
1916-01-01
Page
Seite 383 (sequence 3)
Language
German
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Joseph Jonas Theomim-Fränkei, Rabbiner in Krakau. 383 innerhalb der Reichsorganisation bildeten. Eine derartige freie Stadt — nennen wir sie per analogiam mit der deutschen Reichs- Verfassung »reichsunmittelbar« — war die Gemeinde Posen, welche eigene Delegierte auf den Judentag schickte und an den Landtagen der großpolnischen Landsmannschaft keinen Anteil hatte1). Die administrativen Grenzen der jüdischen Landsmannschaften deckten sich nicht mit denen der polnischen Wojewodschaften (Gouvernements), sondern sie umschlossen mitunter 2 oder 3 oder sogar mehrere Wojewodschaften, und ihre Grenzen liefen manchmal mitten durch eine Wojewodschaft hindurch. Die kleinpolnische Landsmannschaft umfaßte zwei ganze Wojewodschaften: Krakau und Sandomierz, einen Teil von Kujavien und Leczyca und einige Gemeinden aus den Wojewodschaften: Reußen und Beiz. Anfangs waren in Krakau und Sandomierz, als in den Hauptstädten der Wojewodschaften, auch die jüdischen Hauptgemeinden. Aber schon im XVII Jahrhundert rücken Tarnöw, Opatövv, Ch§ciny, Pinczöw und Olkusz vor und wollen den alten Hauptgemeinden den Rang streitig machen2). Mit der Zeit ging die Anzahl der Juden in Sandomierz stark zurück, besonders seitdem die Schweden dort im Jahre 1655 ein fürchterliches Blutbad angerichtet hatten3). Aber auch die Krakauer Gemeinde konnte auf den kleinpolnischen Landtagen ihre Stellung nicht behaupten, und ihre Vorsteher zogen sich im Jahre 1660 aus der Landsmannschaft gänzlich zurück und wollten überhaupt an den Beratungen der Landtage (ועד מדינה) und sogar der 13 Siehe m e i n e n Aufsatz darüber kurz gefaßt in der russisch geschriebenen »Allgemeinen Geschichte der Juden« (Wsieobszczaja istoria jewrejew) Band XI, zweite Serie, Bd. I, S. 161—180. A^oskau, 1914. 2) A. a. O. S. 165. 3) Ein Namenregister der ermordeten ist mitgeteilt im אל מלא רחמים, den Kandel in der Vierteljahrschrift für Geschichte der Juden in Polen (Kwartalnik poswi^cony badaniu przeszlosci zydow w Polsce) Heft II, 1g12. Warschau.) veröffentlicht hat. Über die Rttualprozesse in den Jahren 1698 u. 1710 siehe Balaban: Zur Geschichte der Juden in Polen (Wien 1915) S. 54—-58, § VIII.

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