Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829873-2829879-2893773--42366-2893845- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
382 Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. m eine wichtige Quelle für die Kenntnis der inneren Verhältnisse der Krakauer und anderer kleinpolnischer Judengemeinden. Die Einzelheiten über die Organisation der jüdischen Landsmannschäften — in diesem Falle der kleinpolnischen Judenlandsmannschaft — wie auch der betreffenden Judentage wurden von mir für meine »Verfassungsgeschichte der J uden in Polen«, die demnächst in den »Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums« erscheinen soll, bearbeitet; hier gebe ich nur die zum Verständnis der Sache notwendigsten Erklärungen. Die große Organisation der Juden in Polen, die im alljährlichen Judenreichstag gipfelte, beruhte nicht auf den einzelnden Gemeinden, die den Reichstag (ועד ד׳ ארצות) beschickten, sondern auf Landsmannschaften (מדינות), welche ein Mittelglied zwischen den Gemeinden und der Reichsorganisation bildeten. Dieser Länder Arazoth oder M'dinoth gab es anfangs vier; daher die Benennung ועד ד, ארצות. Später entstanden allmählich durch Teilung und Spaltung etwa 13 Landsmannschaften, und außer diesen gab es noch einige sogenannte freie Städte, die selbständige Einheiten Relationes. Wir bezeichnen sie als castrensia cracoviensia (rel. castr); die erste Zahl gibt den Band, die Zahl in der Klammer die alte laufe31de Numerierung, die dritte, resp. zweite Zahl die Seitenzahl an. Aus demselben Archiv zitieren wir die Akten des Magdeburger obersten Gerichtshofes am Wawel in Krakau: Teutönicalia. Im Stadtarchiv in Krakau befinden sich ferner die Ratsakta (consularia) und Schöffenakta (scabinalia), sowie lose Fascikel über einzelne besondere Gegenstände. Für uns kommt namentlich das Fascikel: Juden (Zydzi) iri Betracht. Das reichhaltige Archiv der israelitischen Gemeinde ist bis jetzt noch nicht geordnet. Der größte Teil der Akten liegt in chronologisch gebundenen Fascilcein vor, innerhalb deren aber die einzelnen Akten ganz durcheinandergeworfen sind. Ich zitiere daher kurz AIGK. Für unseren Gegenstand kommen zum Teil endlich die Ratsakta (consularia) in Tarnow in Betracht, die sich im Magistratsarchiv in Tarnow befinden und vom Magistratsrat Herzig geordnet wurden״ Die Archivalien der fürstlich Czartorysloschen Sammlungen in Krakau und der gräflich Ossolinskischen Bibliothek in Lemberg sind durch Nummern genau bezeichnet.