Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Bürgschaft als Motiv in der jüdischen Literatur
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 12)
- Language
- German
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274 Die Bürgschaft als Motiv in der jüdischen Literatur. במצרי□/ ויאמר לשופטים מדוע תעשו זה; כי אין לו משפט מות כי לא זה הרגו כי אני הרגתיו, ויהי כשמעם הדבר ההוא ויאסרוהו במקומו ויוליכוהו אל העץ ויהי חרוצה בין העם ולא הכירוהו ויבט אל כל אשר יעשה ויאמר בלבו אני הרגתי את וה וזה יענש שלא הרגו ויבא הרוצח אל השופטים ויקרא בקול גדול/ אתם בעלי הישר והאמונה לא תעשו עול במשפט ולא יהרג נקי במקום חיב/ ובאמת תדעו כי לא זה ולא זה הרגו לנרצח, כי אני הרגתיו וטוב מותי בעולם הזה ולא אמות בעולם הבא; ויהי כשמעם דברי הרוצח ויניחו הסוחר ויאסרו זה ויוליכוהו על העץ ויתלוהו ואחרי כן בא הסוחר הבבלי, ויבא הסוחר המצרי אל ביתו ויכבדהו וישימהו לאב לאדון לכל ביתו וכל אשר יש לו נתן בידג Form und Inhalt dieser Erzählung weisen auf arabischen Ursprung hin, was schon Jellinek vermutet, ohne aber seine These näher zu begründen. Als Ort der in dieser Erzählung geschilderten Begebenheit wird Aegypten und Babylonien angegeben. In der arabischen Bearbeitung von 1001 Nacht bedeutet das erste Kairo, das zweite eine Vorstadt von Kairo1). Eingekleidet ist die Erzählung in eine Debatte, die zwischen ארווש dem »Philosophen« und dessen Sohn über den Wert eines ganzen und halben Freundes geführt wird. Nun ist ארווש wahrscheinlich nichts anderes als אריסטו Aristoteles2), dieser aber eine bekannte und. beliebte Figur in der arabischen Literatur des Mittelalters. In der Erzählung selbst scheinen drei Motive verwoben zu sein, die allesamt den ausgeprägten Charakter arabischer Sagenmotive tragen. Zunächst wohnen die zwei Freunde in Kairo und Umgebung. Ihrem Berufe nach Händler kennen sie sich persönlich, nicht nur vom Hörensagen. Gleichwohl sind sie einander in seltener Liebe und Treue zugetan, wofür sie bei dem ersten sich darbietenden Anlaß den Beweis erbringen. Neben der Freundschaft ist es aber auch Hochherzigkeit und Ritterlichkeit, die sie den einen für den anderen einstehen läßt. Gerade dieses Moment des gegenseitigen, persönlichen Unbekanntseins *) Darauf wurde ich von Herrn Professor R. Geyer aufmerksam gemacht 8) Diese Ansicht teilt auch Herr Professor S. Krauß.