Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 3)
- Language
- German
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232 Besprechungen. zur Genüge hervor, daß Zacutos Almanach benutzt wurde: die genannten Ephemeriden Regiomontans enthalten nämlich nicht die direkten Werte für die Sonnendeklination; ferner ist der von Zacuto benutzte Wert für die Schiefe der Ekliptik 230 33׳ identisch mit demjenigen im regiement, der den Seefahrern als Hilfsmittel diente. Außerdem ist zu bemerken, daß eine i. J. 1498 erschienene und in Venedig gedruckte Ephemeridensammlung unter 22 Tafeln allein 15 aus dem Almanach entlehnte. Die i. J. 1521 gedruckten Reportorio dos Tempos tragen in der Überschrift den Vermerk, daß die Deklinationen dem Werke von Zacuto entnommen worden sind, und die i. J. 1537 von dem berühmten Pedro Nunes, der nach des Verfassers Ausführungen wahrscheinlich von jüdischer Abstammung war, verfaßten Tafeln zeigen dieselbe Anordnung wie im Almanach. Ebenso unhaltbar scheint die Behauptung, daß das Astrolabium erst durch Behaim solle in Portugal eingeführt worden sein. Schon Abr. Ihn Esra — und Maimonides in Erubin IV3 (Ref.) — nennt dieses Instrument; in der Nationalbibliothek zu Paris ist ein solches aus dem Jahre 950 aufgestellt, und Zacuto selbst hat, wie feststeht, eines hergestellt. Man beachte weiter, daß Levi' ben Gerson mehrere astronomische Schriften, darunter eine speziell über den Jacobstab veröffentlicht hat, für dessen Erfinder er neuerdings — wenn auch wohl mit Unrecht — gehalten wird, und in Lissabon solle man von all dem keine Kenntnis gehabt haben? Auch das Entwerfen von Karten lasse sich auf jüdische Gelehrte zurückführen. Die für die damalige Zeit sich durch ihre Genauigkeit auszeichnende sogen. Catalanische Karte aus d. J. 1375 hat wahrscheinlich Judas Cresqas zum Verfertiger, nach andern den Zaime Ribes oder auch Jacomo de Malhorca; vielleicht sind diese drei Namen identische Bezeichnungen desselben Mannes. Der Verf. glaubt die von der Junta gelöste Aufgabe der Bestimmung der geographischen Breite durch Sonnenhöhen dem Jos. Vizinho, der sich am Hofe Alfonsos V befand und Mitglied der Junta war, zuschreiben zu können; von ihm rührt auch eine der ersten Angaben über Größe des Erdumfanges her, wie aus einer von Columbus niedergeschriebenen Notiz hervorgeht. Außer den bereits genannten seien von hervorragenden jüdischen Mathematikern jener Zeit, die in Portugal gelebt und wissenschaftliche Werke verfaßt haben, zu nennen: David Ibn Bilia (1320—1338), Jehuda Ibn Negro (1415), Guedelha (1433—1438), Jehuda Ibn Verga (1457)