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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 3 · p. Seite 233

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1916-01-01
Page
Seite 233 (sequence 4)
Language
German
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Besprechungen. 233 Maitre Moyses, Zeitgenosse des Vizinho. Berücksichtigt man außerdem, daß die Namen und Leistungen jüdischer Gelehrter mit Absicht unterdrückt worden sind — als Beispiel wird der von Riccius i. J. 1513 seinem »de motu octavae Sphaerae« beigefügte in den späteren Ausgaben dieses Werkes aber gestrichene Brief über die Bedeutung der jüdischen Astronomie angeführt — so wird man wohl Herrn Bensaude zu seiner Schlußfolgerung (S. 67) beipflichten können: »als erste unter den europäischen Nationen bei den großen maritimen Unternehmungen hat Portugal auch Beweise geliefert, daß es der Pionier der modernen nautischen Astronomie gewesen ist.« Zu diesem Urteil ist der Verf. durch das Studium des regiement gekommen, das den Seefahrern als das astronomische Vademecum gegolten hat. Der Verf. ist kein Astronom von Fach; das zeigt sich in der Darstellung mancher speciell astronomischer Fragen, z. B. S. 120 ff. Ref. möchte auch nicht allen Folgerungen bestimmen, zu denen sich der Verf. bekennt; wenn die Deklination der Sonne auch nicht von Tag zu Tag und auch nicht für jedes Jahr einer vierjährigen Schaltperiode gegeben ist, sondern nur als Funktion der Sonnenlänge, wie das schon im früheren Mittelalter üblich war, so ist damit doch die Möglichkeit gegeben, die Polhöhe innerhalb der tur die damalige Zeit erforderlichen Genauigkeitsgrenzen zu bestimmen. Auch scheint es zu gewagt, aus der gleichen Anordnung zweier astronomischer Tafeln die eine als Plagiat der andern hinzustellen, ebensowenig wie die Verschiedenheit auf eine Originalleistung schließen läßt. Hier erübrigt es sich, auf diese Punkte näher einzugehen. Aus dem übrigen Inhalt des Buches will ich deshalb nur das folgende erwähnen: das in München aufgefundene Exemplar des regiement weicht nur unwesentlich von dem in Evora ab; es scheint, aus d. J. 1509 zu stammen und enthält außer den Sonnenelementen und den Regeln der Zeit- und Ortsbestimmung aus Sonne und Polarstem noch solche zur Berechnung für Eintritt von Ebbe und Flut, sowie ein Verzeichnis von geographischen Positionen der bis damals entdeckten Inseln. Da die Zahl dieser letzteren in dem Exemplar von Evora die größere ist, so muß dieses in einer späteren Zeit abgefaßt worden sein. Aus dem Werke »traite de la sphere«,das zwischen dem ersten Druck 1472 und der Leydener Ausgabe 1647 mehr als 60 lateinische und portugiesische Übersetzungen erlebte, und das Nunes unter Beifügung einiger Kapitel unter dem Titel »Astronomie! introductorii de sphaera

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