Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 231 des 6ג. Jahrhunderts stammende Ausgabe des Regimento, die aber nur ein Neudruck einer noch früheren Edition zu sein scheint, fand sich in der Münchener Kgl. Bibliothek. Es handelt sich nun darum, nach* zuweisen, daß der Inhalt dieser astronomischen Abhandlung auf Zacuto zurückgeht und nicht, wie bisher angenommen worden ist, auf Regiomontanus, resp. dessen Schüler Behaim von Nürnberg. Zum Verständnis des folgenden sei daran erinnert, daß um die Zeit der großen Entdeckungsreisen gegen Ende des Mittelalters die Aufgabe gelöst werden mußte, den Ort des Schiffes auf offener See durch Festlegung der geographischen Länge und Breite zu bestimmen. Der erste Teil der Aufgabe bot keine Schwierigkeiten, wenn man eine Uhr am Bord hatte und die Kulminationszeit der Sonne und den Eintritt einer Finsternis aus Tafeln entnehmen konnte. Die Bestimmung der geographischen Breite aus der Beobachtung der Höhe des nördlichen Polarsterns war zu jener Zeit wohl auch bekannt. Das änderte sich aber, sobald die Fahrten in die Nähe des Äquators führten, zumal seit der Überschreitung desselben i. J. 1471. Man mußte nun, bevor ein dem Polarstern entsprechendes Objekt auf der Südhaibkugel bekannt war, zur Sonne seine Zuflucht nehmen. Wenn man für jeden Tag die Sonnend ekiination, d. i. ihre Abweichung vom Äquator kannte, so hatte man nur nötig ihre Höhe zur Zeit des höchsten Standes zu messen, um daraus mit Hilfe sehr einfacher Regeln die geographische Breite zu ermitteln. Selbstverständlich mußte man auch im Besitze von Instrumenten sein, welche die Messung der astronomischen Größen mit der erforderlichen Genauigkeit lieferten, und es war auch von Wert gute Karten zur Hand zu haben, um gewisse Daten wie den zurückgelegten Weg u. ä. nachprüfen zu können. Woher haben nun die portugiesischen Forscher die Werte für die Sonnendeklination entnommen? Die neueren Forscher, insbesondere die deutschen, haben seit Humboldts Zeiten die Ansicht vertreten, daß sowohl die Kenntnis des Astrolabiums und Jacobstabes als auch der astronomischen Tafeln den Portugiesen nur durch Regiomontanus und seine zum ersten Mal i. J. 1474 gedruckten Ephemeriden, d. i. eine Sammlung astronomischer Tafeln, bekannt geworden seien, und zwar habe Behaim ihnen diese Kenntnis übermittelt. Bens, kann diese Meinung nur auf völlige Unkenntnis der Leistungen arabischer und jüdischer Gelehrter aus den ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends zurückführen. Bei genauerer Prüfung der verschiedenen Tafelsammlungen geht übrigens