Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 17)
- Language
- German
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188 Die talmuaische Literatur der letzten lahre. der Entwicklungsgang: Pethicha, Heranziehung eines Propheten- oder Hagiographenverses, Heranziehung eines Propheten- und Hagiographenverses. Dabei aber wüßten wir wieder nichts vom Ursprung des Proömiums. Das Pethicha-Problem ist also noch immer nicht endgiltig gelöst. Mit diesem Problem beschäftigt sich auch D. Künstlinger in zwei kleineren Arbeiten1), in denen die Pethichoth zu Leviticus rabba, Gen. rabba und Tanchuma zur Genesis zusammengestellt und gegliedert werden. Zu dem Zweck, um »den morphologischen Aufbau der Pethichoth nach Möglichkeit zu zeigen, die echten von den falschen, die natürlichen von den künstlichen zu unterscheiden«. Die erste Abhandlung will auch die Agadoth, die sich im »Laufe der Zeit an die Pethichoth anschmiegten«, auseinanderhalten und »die reinen Pethichoth, insoweit man dieselben ת ach weisen kann, welche den Grundstock der piskaartigen Midraschim . . . ausmachen, von ihren Agadothschlacken befreien«, ln der zweiten Abhandlung sind die Nebenagadoth nicht berücksichtigt — K. steht nämlich auf dem Standpunkt, den er schon in früheren Abhandlungen2) eingenommen, daß nämlich die Redaktoren unserer x) Die Pethichoth des Midrasch rabba zu Leviticus. Von Dr. David Künstlinger. Krakau 1913. Verlag des Verfassers. 38 S. 8°. Mk. 1,50. — Die Pethichoth des Midrasch rabba zu Genesis. Von Dr, David Künstlinger. Krakau 1914. Verlag des Verfassers. 51 S. 8°. 2) Altjüdische Bibeideutung, Berlin 1911, Die Pethichoth der Pesikta de Rab Kahana, Krakau 1912. Vgl. über diese Abhandlungen Theodor, Monatsschrift 1911, 8.503—509, Bacher, Deutsche Literaturzeitung 1011, 8p. 1681 f., 1912, Sp. 2385 f., die Proömien der altjüdischen Homiiie S. 2. Vgl. auch Bacher 1913, Sp. 2765. — Ich kann dem Urteile Theodors und Bachers nicht ganz zustimmen. Gewiß ist es falsch, daß die altjüdische Bibelauslegung die allegorische ist; gewiß ist es nicht wissenschaftlich, eine Untersuchung mit so hochfliegenden Resultaten an eine einzige Stelle zu knüpfen; gewiß ist es nicht recht, daß der Verfasser seiner Phantasie allzuviel Freiheit gewährt; gewiß ist auch das Hinüberschielen zum Panbabylonisnuis zurückzu weisen, gewiß ist Künstlitigers Fethicliatheorie mit ihrem schmalen Brustkorb falsch: gewiß sind auch die vielen ungewöhnlichen Abkürzungen zu tadeln —