Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 7)
- Language
- German
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178 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. angeben: Der zweite Teil (S. 22—72) enthält den Nachweis, daß die wenigen Beispiele für Lösung der Antinomie mittels eines כחוב שלישי nicht echt sind und eine kritische Übersicht der Auffassung der שגי! כתובים bei den alten Methodologen. Im dritten Teil S. 72—193, dem Fundament des kühnen Baues, werden sämtliche Antinomien der talmudischen Literatur eingehend behandelt und an diesem reichen Material die »Entwicklungsphasen der hermeneutischen Antinomie« nachgewiesen. Der Verfasser gliedert die Antinomie in: vollständige Antinomien, die in zwei Gruppen zerfallen: objektive und subjektive, die wieder nach ihrem Inhalt in halachische und agadische geteilt sind, und unvollständige Antinomien. Vollständige Antinomien sind zwei Gesetze, die sich gegenseitig aufheben: A ist B, und A ist non B; unvollständige Antinomien sind zwei Satzungen, von denen die eine mehr enthält als die andere: A ist B und A ist B ־+־ C. Wichtiger ist die Scheidung zwischen objektiven und subjektiven Antinomien: »zwei Bibelstellen, die nach ihrem .einfachen, sachlichen Wortsinne einander derart widersprechen, daß sie sich gegenseitig aufheben, müssen von aller Welt als vollständige Antinomien erkannt werden . . . Der antinomistische Charakter der zwei Schriftstellen kann von niemandem bestritten werden. Solche Antinomien sind im Gegensätze zu den durch subjektive Auffassung bedingten objektive zu nennen«. Wenn wir nun fragen: Ist das Resultat dieses inhaltsreichen und inhaltsschweren Buches ein absolut gesichertes, ist Schwarzens These eine objektive, von aller Welt anzuerkennende oder eine von der subjektiven Auffassung ihres Urhebers bedingte »Nomie«?, so muß diese Frage wie folgt beantwortet werden: aus den vom Verfasser aufgestellten Prämissen, muß mit Notwendigkeit der von ihm gezogene Schluß folgen; die Frage ist also nur, ob diese Prämissen absolut unanfechtbar sind. Diese Frage aber kann nicht mit Sicherheit bejaht werden. 1. Die Gründe für die Unechtheit der Beispiele von Lösung der Antinomie durch einen dritten sind zwar sehr beachtenswert, aber nicht peremptorisch. 2. Nicht bloß R. Ismael b. R. Jose und die מכריעין לפני חכמים gebrauchen